Langer Tag der Stadtnatur und Workshop Pflanzengesundheit …

… das passt, oder? Und Theresa machte ihre Sache am Samstag (17. Juni 2017) super: ausführlich und anschaulich erläuterte sie zum Thema Pflanzengesundheit die unterschiedliche Herangehensweise von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft wie auch die verschiedene Ansätze der letzteren dazu. Diesmal war der Workshop auch im Rahmen des langen Tages der Stadtnatur offen für Gäste, welche nicht nur aufmerksam zuhörten sondern auch viel hinterfragten: immer ein schönes Zeichen, dass jemand wirklich interessiert an der Materie ist. (Und zudem waren sie zahlreich erschienen: es ist jedes Mal faszinierend, wieviele Menschen auf unsere Parzelle passen und nix geht kaputt 🙂 

Unser Acker hat Menschen …

Da wir in der Vergangenheit allerdings schon ziemlich viel zu Pflanzengesundheit geschrieben haben, diesmal nur ein paar Streiflichter:

A und O sind für den Biobauern Präventivmassnahmen, sprich, der Pflanze die für sie optimalen Bedingungen zum Wachsen und Gedeihen geben (Standort, „Futter“, Nachbarn usw.). Nun haben logischerweise die verschiedenen Pflanzenfamilien unterschiedliche Bedürfnisse: Tomaten mögen es nun mal gar nicht, wenn sie von oben nass werden, Bohnen finden Stickstoffdünger nicht so toll währenddessen der Kürbis gern viel von allen hat (so unsere Erfahrung). Das mit den Bohnen und dem Kürbis kriegt man auf dem begrenzten Raum der Kreise ganz gut hin. Und wenn man auf die Tomate partout nicht verzichten will, muss man sie halt luftig halten: daher hat Theresa eine unserer Tomaten in Form gebracht (irgendwie hatten wir es verpasst, sie von Anfang an ordentlich auszugeizen, so dass sich ordentlich kräftige Seitentriebe gebildet hatten, die jetzt – nun ja – weg sind). Ein wenig schlanker und schmaler ist sie geworden, sieht immer noch toll aus und wird es hoffentlich mit vielen gesunden Früchten danken … 


In anderen Fällen – wie z.B. dem immer wieder auftretenden lästigen Mehltau – baut der pfiffige Gemüsebauer schlichtweg schnellwachsende Sorten an, die den Krankheitserregern wenigstens eine Zeitlang einfach davonwachsen (beste Beispiel unsere unermüdlichen Zucchinis).

Zucchini

Zucchini


Und bei manchen hilft einfach nur das Absammeln: siehe Dauerthema Kartoffelkäfer (welche übrigens die im Internet weit verbreitete Auffassung, dass Kaffeesatz sie vergrämt, bisher nicht die Bohne interessiert … wir erwägen mittlerweile, auf Muckefuck umzusteigen 😉 )

Kartoffelkäfer Larven

Kartoffelkäfer Larven


Auch Blumen können eifrige kleine Helfer sein: Calendula sind nicht nur schön anzusehende Heilpflanzen sondern dienen auch als Köderpflanzen, denn im Idealfall lassen sich die Blattläuse auf ihnen nieder und nicht auf den Bohnen (welche übrigens anfangen zu blühen *freu*).


Nach all der Theorie folgte dann die Praxis: das erste Kreuzblütlerbeet musste abgeerntet werden (Dauerthema Nr. 2: Kohlhernie). Eine ordentliche Menge an Mairübchen kam da zusammen, obwohl wir in letzter Zeit schon immer mal welche mitgenommen hatten (sie sind übrigens total schmackhaft). Bei den Kohlrabis gab es ein Prachtexemplar, drei geht so, einen mit der typischen Narbe der Drehherzmücke und einen Winzling, an welchem die Beule der Kohlhernie riesig wirkte … und deutlich zeigte, dass die Deadline nicht zu früh gesetzt war.

Kohlhernie

Kohlrabi Wurzeln von Kohlhernie befallen


Kohlhernie

Höchste Zeit, auch hier Kohlhernie deutlich zu erkennen

Kohlrabi

Er lächelt so schön …


Netter Nebeneffekt des „Kahlschlags“: wir konnten die Erbsen nun auch von der anderen Seite nochmal sanft an die extra für sie aufgestellte Kletterhilfe heranführen. Im Gegensatz zu den Feuerbohnen, die zielstrebig gen Himmel streben, tun sie sich nämlich etwas schwer mit dem Emporranken: lieber halten sie sich am Mangold und aneinander fest … aber das wird schon werden. 

Ansonsten haben wir an diesem Wochenende nochmal nachgemulcht, Mohrrüben vereinzelt und das wunderbare Wetter genossen (zum Teil wieder faul im Schatten liegend). Die Blumen, die zum Nachpflanzen seit Montag bereitstanden, hatten wir ja schon im Laufe der Woche eingepflanzt. So blieb noch genügend Muße, sich an all dem üppigen Wachstum zu erfreuen. Nachdem wir die Salatschwemme ziemlich gut gemeistet haben, lässt nämlich ein Blick auf die Beete kaum Zeit zum Luftholen: die erste Aubergine hängt wahrhaft pittoresk an einer Pflanze (wann bitteschön ist die eigentlich gewachsen?)

Aubergine

Aubergine


Erbsen, Fenchel und Radieschen stehen quasi schon in den Erntestartlöchern, die Gurke versucht, den Anschluss zu halten, dann ist da ja noch die nimmermüde Zucchini und eigentlich wollten wir schon lange mal einen leckeren Knoblauchgrasquark machen: sind das nicht wunderbare Aussichten?

Fenchel

Erntestartloch als erster verlassen hat der Fenchel


Ernte

Ernte im Eimer (zum kühlen für den Transport 🙂


Was noch?

Durch das Abernten von Mairübchen und Kohlrabi haben unsere Feuerbohnen mehr Luft und Platz bekommen. Soviel Platz sogar, dass wir an zwei Stellen nochmal nachgesät haben, nicht, weil wir so gierig sind, sondern weil es später sicherlich noch schöner aussieht, wenn wirklich alles komplett zugerankt ist. Dabei haben wir herrlich kichern müssen, als nämlich der das Saatloch vorbohrende Finger plötzlich ins Leere ging und wir beide gleichzeitig die Vorstellung von einer unten mit offenem Mund wartenden Wühlmaus hatten … 

Bauerngarten Pankow Juni 2017

Bauerngarten Pankow Juni 2017

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4 Kommentare zu “Langer Tag der Stadtnatur und Workshop Pflanzengesundheit …

    • oh, das hört sich ja gut an … Danke für den Tipp! Merken wir uns für den Herbstkohlrabi: die Blätter von den am WE geernteten sind wieder zurück aufs Beet gewandert, der Erde wieder ein paar Nährstoffe zurückgeben 😉 einen feinen Sommerabend wünschen die Mangoldfreunde 😊👋🏼

  1. Wie immer wunderschöne Bilder und interessanter Bericht 😉
    böse Kartoffelkäfer ;-( zum Glück haben die Biester meine 3 Kartoffelpflanzen nicht gefunden ;-))
    fehlen nur die Bilder vom leckeren Kaffee und Kuchen *zwinkerzwinker*

    • Stimmt: gab lange schon kein Kuchenbild mehr, wir werden dran arbeiten 😉 und dass Deine Kartoffelpflanzen bisher unentdeckt blieben freut uns sehr … wie auch Dein Lob: ganz lieben Dank! Und einen wunderschönen Tag für Dich … herzliche Grüsse von Daniel und Regine 😊👋🏼

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