Mord im Bauerngarten (ein Kurzkrimi)

… aus aktuellem Anlass diesmal kein üblicher Blogpost … Vielmehr wollen wir unsere Leser teilnehmen lassen an der Auflösung eines Gewaltverbrechens, begangen auf unserer Parzelle (Warnung: nix für allzu zartbesaitete Gemüter!)
Was war geschehen? Am Sonntag (21. August 2016) fiel uns zuerst auf, dass sich jemand an unseren Kartoffeln zu schaffen gemacht hatte: freigebuddelt lagen sie im Sonnenlicht … wer war das?

Kartoffeldiebe?


Und vor allem: warum hat er das getan? Diebstahl fiel als Beweggrund aus: sie waren ja noch da … Vandalismus schlossen wir auch aus (zu absurd der Gedanke, da gibt es anderes, an dem man sich austoben könnte). Grosse Fragezeichen erschienen über unsere Köpfen, liessen uns den Tatort näher untersuchen: war das da nicht ein Pfoten/Tatzenabdruck? 

Eine Spur?


Schwach zwar, aber dennoch deutlich zu erkennen. War der Waschbär jetzt auf Kartoffeln umgestiegen? Aber warum hat er sie nicht angefressen? 

Doch dann der Schreck: da lag ja eine Leiche auf dem Kleeweg! Ein Mäuschen, bis auf eine kleine Kopfwunde fast unversehrt aber eindeutig, nun ja, mausetot. Welch Tragödie hatte sich hier wohl abgespielt? Und wer war der Täter?

Eine Leiche! Mord!?


Im Zweifelsfall ja immer der Gärtner, aber wir waren es defintiv nicht gewesen. Auch dem Waschbären – der ja schon für so einiges hinhalten muss – trauten wir sowas nun doch nicht zu. Katzen graben im allgemeinen nicht so grossflächig etwas aus … Terrier sind dafür bekannt, doch wie sollte sich hierher ein Terrier verirrt haben? Das vorjährige Loch im Zaun war ja mittlerweile fest verschlossen. Aber was war das, ein paar Meter daneben?

Ein Loch im Zaun. Kam hier hindurch der Täter?


Ganz eindeutig hatte sich da etwas unter dem Zaun durchgezwängt … Somit erhärtete sich der Verdacht, dass vielleicht ein kleiner Hund auf Pirsch gegangen war, in den Beeten das unvorsichtig herumspazierende Mäuschen aufgestöbert hatte … es hat sich zwar noch in eines der vielen Löcher bei den Kartoffeln retten können, wurde aber von dem vom Jagdfieber erfassten Gesellen gnadenlos ausgebuddelt … was sein kleines Herz zum Stillstand brachte. 

Für diesen Ablauf des grausigen Geschehens würde auch sprechen, dass an den Kartoffeln Kratzspuren von großen Krallen waren … und die Maus dann liegengelassen wurde, da sie schon am Schock verstorben war und damit uninteressant für den Jäger … welch Drama … Ein paar drahtige Tierhaare am Zaun wären noch nett gewesen, um diese These vollkommen zu erhärten, aber den Gefallen hat uns der Übeltäter dann doch nicht auch noch getan. 

Nachdem wir alles sorgfältig durchdacht und abgewogen, ausreichend viele Beweisfotos von Tatort gemacht und uns noch kurz mit Mitgärtnern beraten hatten, nahmen wir uns der frisch Verstorbenen an und begruben sie in einer stillen Ecke: eine kleine Möhre noch dazulegend, als Wegzehrung für Ihre letzte lange Reise … 

Gute Reise, du kleines Pelzding …


RIP. Anonyme Beisetzung.


Das Schlupfloch im Zaun wurde übrigens kurze Zeit spät von unserem rührigen Mitgärtner Dieter fachmännisch mit Holz und Steinen dicht gemacht: wir meckern zwar manchmal ganz gerne über unsere kleinen Pelzdinger, aber so ein Ende haben sie dann doch nicht verdient …

Sicherungsmaßnahmen am Zaun, zum Schutz unserer Wühlmäuse 😉


P.S.: Die üblichen Ernte- und Gemüse-in-die-Luft-Haltebilder sind diesmal nur hier auf Twitter zu sehen.

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10 Kommentare zu “Mord im Bauerngarten (ein Kurzkrimi)

  1. Das schreit nach Verfilmung – also da war manch Tatort bei Weitem nict so spannend und unterhaltsam. 😉
    Voll süß von euch, dass ihr dem Mäuschen noch die letze Ehre erwiesen habt.

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