Mord im Bauerngarten (ein Kurzkrimi)

Mord im Bauerngarten (ein Kurzkrimi)

… aus aktuellem Anlass diesmal kein üblicher Blogpost … Vielmehr wollen wir unsere Leser teilnehmen lassen an der Auflösung eines Gewaltverbrechens, begangen auf unserer Parzelle (Warnung: nix für allzu zartbesaitete Gemüter!)
Was war geschehen? Am Sonntag (21. August 2016) fiel uns zuerst auf, dass sich jemand an unseren Kartoffeln zu schaffen gemacht hatte: freigebuddelt lagen sie im Sonnenlicht … wer war das?

Kartoffeldiebe?


Und vor allem: warum hat er das getan? Diebstahl fiel als Beweggrund aus: sie waren ja noch da … Vandalismus schlossen wir auch aus (zu absurd der Gedanke, da gibt es anderes, an dem man sich austoben könnte). Grosse Fragezeichen erschienen über unsere Köpfen, liessen uns den Tatort näher untersuchen: war das da nicht ein Pfoten/Tatzenabdruck? 

Eine Spur?


Schwach zwar, aber dennoch deutlich zu erkennen. War der Waschbär jetzt auf Kartoffeln umgestiegen? Aber warum hat er sie nicht angefressen? 

Doch dann der Schreck: da lag ja eine Leiche auf dem Kleeweg! Ein Mäuschen, bis auf eine kleine Kopfwunde fast unversehrt aber eindeutig, nun ja, mausetot. Welch Tragödie hatte sich hier wohl abgespielt? Und wer war der Täter?

Eine Leiche! Mord!?


Im Zweifelsfall ja immer der Gärtner, aber wir waren es defintiv nicht gewesen. Auch dem Waschbären – der ja schon für so einiges hinhalten muss – trauten wir sowas nun doch nicht zu. Katzen graben im allgemeinen nicht so grossflächig etwas aus … Terrier sind dafür bekannt, doch wie sollte sich hierher ein Terrier verirrt haben? Das vorjährige Loch im Zaun war ja mittlerweile fest verschlossen. Aber was war das, ein paar Meter daneben?

Ein Loch im Zaun. Kam hier hindurch der Täter?


Ganz eindeutig hatte sich da etwas unter dem Zaun durchgezwängt … Somit erhärtete sich der Verdacht, dass vielleicht ein kleiner Hund auf Pirsch gegangen war, in den Beeten das unvorsichtig herumspazierende Mäuschen aufgestöbert hatte … es hat sich zwar noch in eines der vielen Löcher bei den Kartoffeln retten können, wurde aber von dem vom Jagdfieber erfassten Gesellen gnadenlos ausgebuddelt … was sein kleines Herz zum Stillstand brachte. 

Für diesen Ablauf des grausigen Geschehens würde auch sprechen, dass an den Kartoffeln Kratzspuren von großen Krallen waren … und die Maus dann liegengelassen wurde, da sie schon am Schock verstorben war und damit uninteressant für den Jäger … welch Drama … Ein paar drahtige Tierhaare am Zaun wären noch nett gewesen, um diese These vollkommen zu erhärten, aber den Gefallen hat uns der Übeltäter dann doch nicht auch noch getan. 

Nachdem wir alles sorgfältig durchdacht und abgewogen, ausreichend viele Beweisfotos von Tatort gemacht und uns noch kurz mit Mitgärtnern beraten hatten, nahmen wir uns der frisch Verstorbenen an und begruben sie in einer stillen Ecke: eine kleine Möhre noch dazulegend, als Wegzehrung für Ihre letzte lange Reise … 

Gute Reise, du kleines Pelzding …


RIP. Anonyme Beisetzung.


Das Schlupfloch im Zaun wurde übrigens kurze Zeit spät von unserem rührigen Mitgärtner Dieter fachmännisch mit Holz und Steinen dicht gemacht: wir meckern zwar manchmal ganz gerne über unsere kleinen Pelzdinger, aber so ein Ende haben sie dann doch nicht verdient …

Sicherungsmaßnahmen am Zaun, zum Schutz unserer Wühlmäuse 😉


P.S.: Die üblichen Ernte- und Gemüse-in-die-Luft-Haltebilder sind diesmal nur hier auf Twitter zu sehen.

Verplaudert …

Verplaudert …

… haben wir schlichtweg dieses Wochenende, jedenfalls kam es uns so vor. Immer mehr Mitgärtner kehren nach und nach aus ihrem Urlaub zurück und logischerweise gibt es dann eine Menge zu erzählen. Im Gegenzuge bringen wir sie auf den neuesten Stand in Sachen Bauerngarten-Neuigkeiten. 

Auch der Workshop am Samstag (13. August 2016) passte irgendwie dazu: Der letzte für diese Saison wars und traditionell wurde schon mal ein erstes Resume gezogen: z.B. welche Pflanzen sich besonders hervorgetan hatten (Bohnen!), welche eher Sorgenkinder sind (Tomaten), wie der Stand bei der Erschliessung des neuen Standortes in Hobrechtsfelde ist und ganz allgemein, wie die Saison bisher verlaufen ist. Offizielles Thema war jedoch Herbstpflanzung und -aussaat. Allerdings ist es für die Aussaat eigentlich schon zu spät (kleiner Lapsus vom Team in der Planung/Kommunikation). Doch da das Saatgut seit zwei Wochen in den Werkzeugkisten zur freien Verfügung stand, hatten sich die meisten von uns schon daran bedient … und seit Dienstag standen frische Jungpflanzen bereit: Spinat, Feld- und Blattsalat. Da wir bei uns schon im Laufe der vergangenen Woche Spinat gepflanzt hatten, …

Spinat

Herbstpflanzung: Spinat


… wich Max kurzerhand auf eine andere Parzelle aus, bereitete klassisch das Beet vor (wobei noch die ein andere Kartoffel zum Vorschein kam, was ziemlich witzig war) und setzte zusammen mit den Kindern der Parzelleneigner die Pflanzen rein. Dann ging es leider um ein ziemlich unerfreuliches Thema: diese Saison kommen überdurchschnittlich viele Meldungen von Bauerngärtnern aus allen Standorten, dass bei ihnen das ein oder andere Gemüse plötzlich fehlt, sprich geklaut wurde. Klar ist, dass leider so mancher Fremder die Kreise als Selbstbedienungsladen ansieht – aus welchen Gründen auch immer. Es müssen definitiv Hinweistafeln, Schilder her, die freundlich aber bestimmt darauf aufmerksam machen, dass dem nicht so ist. Griffige Slogans sind also gefragt, auch wir sind da am Tüfteln. Und helfen bei Bedarf gern mit den ein oder anderem Kürbis, Mais etc. aus wie am Sonntag einer sehr lieben Mitgärtnerin, deren Kürbisse während ihres Urlaubes verschwunden waren.

Kürbis

erster Kürbis geerntet und verschenkt 🙂


Ansonsten hoffen wir sehr, dass dieses Übel nicht weiter um sich greift: es wäre schade, wenn dadurch die vertrauensvolle Stimmung zwischen den Bauerngärtnern flöten geht. So jetzt aber genug davon und schnell zu etwas Erfreulicherem: unsere Bohnen stecken schon nach einer Woche ihre Köpfchen aus der Erde! Und sind von Samstag zu Sonntag sichtbar gewachsen:

Bohnen, gesät am 6.8. – Samstag, 13.8. …

Bohnen, gesät am 6.8 – Sonntag, noch einmal deutlich gewachsen


Das hat uns dazu ermuntert – später Zeitpunkt hin oder her – noch ein paar Bohnennester auf frei gewordenen Stellen zu setzen. Allerdings war nun ausgerechnet von den Bohnen das Saatgut alle … Doch halt, hatten wir nicht gerade reife Sanguinobohnen geerntet? Wenn man die nun auspult und schlichtweg als Saatgut nimmt? Gedacht, getan … und nun sind wir sowas von gespannt, was aus diesem Versuch wird. Erbsen hatten wir zwar am Samstag schon gesät, …

Herbstaussat: Erbsen

Herbstaussat: Erbsen


… da aber durch intensives Abernten die komplette Möhren- und Zwiebelreihe beim Sellerie frei wurde, …

Möhren

Gemüse in die Luft halten, heute: schwere Möhren


… kamen dort auch noch ein paar hin, vom Bohnenexperiment abgegrenzt durch ein paar Feldsalatpflänzchen. Den hatten wir auch ins Wunschbeet gesetzt: die zweite Physalispflanze war nun wirklich gar nicht mehr schön anzusehen und flog raus. Was diesen Pflanzen so zu schaffen macht, trägt übrigens lt. Infomail vom Bauerngartenteam den bizarren Namen: „violetter Wurzeltöter“ und ist ein Pilz der sich – wie der Name unschwer vermuten lässt – an den Wurzeln festsetzt. Auch von der letzten Tomate haben wir uns nun getrennt: das wird nix mehr … und so ist wieder ein bisschen mehr Luft für den dahinter gesäten Dill, der ebenfalls schon seine zarten Spitzen zeigt. Gleich daneben hat der Schwarzkümmel wirklich aus jeder seiner wunderschönen Blüten eine feste Samenkapsel gebildet und neigt sich nun erschöpft der Erde zu. Diese Samenkapseln scheinen auch gut auf der Fensterbank nachzureifen: eine der am letzten Wochenende geernteten noch relativ grünen ist nach ein paar Tagen einfach aufgesprungen und hat ihre schwarze Samen wie ein Füllhorn ausgeschüttet. 

Das ab und an die Sonne hinter den Wolken verschwand, kam uns am Sonntag ganz recht, so konnten wir den leider ziemlich hartnäckigen Mehltau nochmal behandeln. Und dann wurde geerntet was das Zeug hält: 

Erntebild I

Erntebild II


Nur für unseren geliebten Mangold war wieder kein Platz … aber der ist nächstes Wochenende dran: das haben wir ihm hoch und heilig versprochen … 

Mangold

Der Mangold freut sich schon 😉


Was noch? 

Am Samstag fuhr uns erstmal ein gehöriger Schreck durch die Glieder: unser Paprika lag danieder! (Huch, ein Reim 😉

 War da jemand/etwas draufgetreten, hatte der Regen/ Wind ihn umgehauen? Beim vorsichtigen Aufrichten der Pflanzen wurde uns allerdings schnell klar, dass wahrscheinlich das pure Gewicht seiner Früchte ihn zu Boden gezwungen hatte, so schwer sind die Pflanzen geworden … Ein paar Stützen mussten ran: jetzt steht er wieder wacker aufrecht. Ein wenig kichern mussten wir schon: letztes Jahr hatten wir den Pflanzen völlig überdimensionierte Haltestäbe zur Seite gestellt, die absolut nicht gebraucht wurden, und dies Jahr bewusst darauf verzichtet: man lernt halt nie aus … 

Paprika

Tonnenschwere Paprikafrüchte, nun auch mit Stützen für die Pflänzchen

Bauerngarten Pankow August 2016

Bauerngarten Pankow August 2016

Wie die Zeit verfliegt … ;)

Wie die Zeit verfliegt … ;)


… da wir aus verschiedensten Gründen letzte Woche nicht zum bloggen (und Blogs lesen) gekommen sind, hier nun gleich der nächste Artikel: somit sind wir wieder fast aktuell ….

Um es gleich vorwegzunehmen: das Glück mit dem Wetter blieb uns auch am vergangenen Wochenende hold. Nach einer arg regnerischen und kalten Woche fiel zwar auf der Hinfahrt am Samstag (6. August 2016) noch ein leichter Nieselregen, der aber bald Platz für einen herrlich moderaten Sonnenschein machte. Genau richtig, um endlich mal wieder die Beete auf „Vordermann“ zu bringen. Bei genauerem Hinschauen hat sich nämlich doch so Einiges an Beikräutern breitgemacht. Besonders lästig ist dabei eine Art Gras, sehr fein und eng stehend und eigentlich überall wachsend, gern auch irgendwie auf und im Mulch, ohne dabei überhaupt Kontakt zur darunterliegenden Erde zu haben. Bei den frisch gepflanzten neuen Blümchen sprossen munter die sich selbst ausgesäten Ringelblumen, während es sich auf dem ehemaligen Kohlbeet die Quecke gut gehen liess. Bei unseren Aufräumarbeiten fanden wir aber auch erfreulich viele Regenwürmer, etliche Ameisennester (die Ameisen waren darüber allerdings weniger erfreut), einen kleinen Salat, der still und leise einfach nochmal ausgetrieben war ebenso wie eine klitzekleine Kartoffelpflanze und merkten, wie so langsam die heilsamen Wirkung von konzentrierter Gartenarbeit einsetzte (sowohl bei den Beeten wie auch bei uns 😉 Trotzdem tat eine kleine Kaffeepause zwischendurch auch ganz gut: diesmal gab es einen herrlich kühlen Kuchen vom Cafe Mint dazu und jede Menge feinstes Himmelskino.


 Danach versenkten wir ein paar Bohnensamen für die Herbsternte in den frisch zurecht gemachten Teil des alten Kohlfeldes (die dort noch stehenden Zwiebeln hatten wir zuvor schon rausgeholt) und buddelten unser Abendessen aus: frische Kartoffeln und Möhren, die wir uns mit viel Petersilie garniert zu späterer Stunde schmecken liessen.

Möhren

Gemüse in die Luft halten, heute: Möhren

Ernte

Ernte Samstag


Mit dem Einpacken dieser Schätze wurden wir knapp rechtzeitig vor einem kleinen Sommergewitter fertig, welches sich mit einem immer dramatischer werdenden Himmel ankündigte … 

* dramatische Musik *





… und das wir im Schutz unserer geliebten Silberlinden abwarteten, von wo aus sogar ein – wenn auch nur schwacher – doppelter Regenbogen zu sehen war …
Für den Sonntag (7. August 2016) hatte sich dann lieber Besuch angesagt: der Mais ist – wie schon im vorigen Blogartikel erwähnt – an vielen Pflanzen erntereif und so kam Maispatin Ursula zum Ernten vorbei. (Genau so hatten wir uns das vorgestellt 😉 Als erstes gab es natürlich einen kleinen Rundgang über unsere Parzelle, danach einen Abstecher ins Café mint und nach einer gemütlichen Kaffeepause am Feldrand ging es dann ans Ernten: zu den prächtigen Kolben ihres Patenmais … 

… gesellte sich noch das ein oder andere von unseren reich gefüllten Beeten: ein paar Kartoffeln, Möhren, Mangold (bei dem Ursula auch den Part des in-die-Luft-halten übernommen hat) …

Mangold

Gemüse in die Luft halten, heute: Gast Ursula und der Mangold


… Zwiebeln, Rote Bete, eine Stange Lauch … und ein paar von den Sanguinobohnen, von denen wir selbst auch welche mitnahmen. Hier traf es sich mehr als gut, das sich just in diesem Moment eines der typischen Zaungespräche mit einem netten älteren Paar ergab. Der Mann kam nämlich aus der Türkei und hatte gleich ein passendes Rezept aus seiner Heimat für die Bohnen parat, welches wir am Abend sofort ausprobierten und so ein wunderbares Wochenende mit einem leckeren Abendmahl krönen konnten …

Bohnen-Abendmahl


Was noch?

Unsere kleinen Pelzdinger scheinen Feinschmecker zu werden: am Samstag huschte eine über den Kleeweg und schmatzte so vernehmlich in einer leicht zugewucherten Nachbarparzelle, dass wir neugierig wurden und vorsichtig nachschauten. Und da sass sie ganz entspannt im Schutz des Dickichts und verspeiste mit sichtlichem Wohlgefallen eine runtergefallene Physalis, wohlwissend, dass es dort viel zu dunkel für ein Beweisfoto war … Welches wir hingegen von einem neuen Mitbewohner machen konnten: im Urwald des Kürbisbeetes hat sich eine Wespenspinne (auch als Zebra- oder Tigerspinne bekannt) von beeindruckender Grösse angesiedelt: 

Wespenspinne

Wespenspinne

… die nicht nur sehr dekorativ in der Gegend „herumhängt“ sondern offensichtlich auch sehr erfolgreich: zumindestens am Samstag schien sich ständig etwas in ihrem Netz zu verfangen, wurde kunstgerecht und blitzschnell eingesponnen und dann genüsslich verspeist. 

Was noch noch?

Da ja – wie schon berichtet – sich leider der Waschbär an Arabellas Mais gütlich getan hatte, suchten wir am Sonntag wie versprochen drei andere fein ausgereiften Kolben für sie aus. Gemeinsam mit ein paar Blumensamen gingen diese dann am nächsten Tag auf die Reise zu ihr und haben ihr hoffentlich mittlerweile auch schon gemundet (schon angekommen ;).

Mais

Arabella-Mais


 Nur mit der dritten Maispatin Mina hat es dieses Jahr nicht sollen sein, da sie just zur Erntezeit drei Wochen verreist ist … Aber es gibt ja auch im nächsten Jahr wieder Mais und wir werden wieder gerne welchen zur Patenschaft freigeben. 

Bauerngarten Pankow im August 2016

Bauerngarten Pankow im August 2016


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Ernte und Lagerung … 

Ernte

Ernte


… war am Sonntag (31. Juli 2016) Thema des Workshop und ehrlich gesagt sind wir auch nicht zu viel mehr gekommen.(update: und im Laufe der vergangenen Woche leider auch nicht zum posten, daher erst jetzt der Artikel zum letzten Juliwochenende) 

Den Samstag hatten wir anders verplant und am Sonntag waren wir nach Ankunft auf dem Feld erstmal damit beschäftigt, am Fahrrad zu basteln. Wir lieben unsere Fahrräder wirklich, aber sie haben eindeutig einen riesengrossen zeit- und nervraubenden Mangel: fallen sie mal um, verbiegt sich jedesmal das vordere Schutzblech dermassen, dass sich das Vorderrad kaum noch drehen läßt. Nur mit viel viel „Fummeln“ und hin- und herbiegen bekommt man es halbwegs wieder hin. Wir sind nun wahrlich keine Experten in diesen Dingen, aber … muss das wirklich so sein? (Update: mit dem richtigen Werkzeug bekommt man es schließlich doch wieder richtig hin 🙂

Dadurch war vor dem Beginn des Workshops nur Zeit für einen ersten Rundgang. Die Behandlung des Mehltaus mit der Milch-Wasser-Mischung hat so mittel funktioniert: Der Zucchini geht es gut, sie wächst weiterhin prima, produziert fleissig Früchte, auch wenn hie und da noch Befall zu sehen ist.

Zucchini

Monster-Zucchini


 Bei der Gurke hingegen scheint es so gar nicht gewirkt zu haben, etliche Blätter waren regelrecht vertrocknet und die meisten anderen mehr oder weniger stark befallen. Die schlimmsten Exemplare haben wir sofort entfernt, auch beim Kürbis. 

Einer unserer Tomaten scheint wiederum der rigorose Rückschnitt in der letzten Woche ziemlich gut bekommen zu sein: nur wenige Blätter zeigten braune Ränder, und ein paar der prallen Früchte waren sogar richtig rot geworden! Was für eine unerwartete Freude. 

Tomaten

Freilandtomaten mit Bewässerung von oben haben es schwer


Dagegen kränkelt die Physalis weiter vor sich hin, hängt allerdings voll und die kleinen Beeren werden gut reif und schmecken super. 

Die Rote Bete scheint endlich übern Berg zu sein und bildet schöne runde Kugeln aus .. trotz des Befalls mit gallenbildende Nematoden http://www.baumpruefung.de/krankheiten-und-schaedlinge/nematoden der nun nach einer erneuten Beprobung festgestellt wurde: (was es alles gibt) … wie z.B. auch einen roten Wurzelwurm (oder so ähnlich, den richtigen Namen konnten wir uns nicht merken), der unsere Physalis dahinrafft … und schwuppdiwupp sind wir schon mittendrin im Workshop, wo Theresa u.a. davon erzählte, uns einen feinen Zwiebelzopf flocht …

Zwiebelzopf

Zwiebelzopf


… und natürlich Tipps für die optimale Lagerung von Kartoffeln & Co. gab. Zur Gurke kam übrigens die tröstliche Information, dass die Hoffnung noch nicht ganz verloren ist, so lange sie weiterhin so schön frisch grün austreibt wie unsere … 


… von der wir übrigens trotz Mehltau etliche schöne Früchte ernten konnten. 

Im Kreisinneren standen Blumen von Anna zum Einpflanzen bereit: Speisechrysanthemen, Leinkraut und Sperrkraut. Auch frisches Saatgut hatte Theresa mitgebracht, so dass es nach Ende des Workshops hieß, Platz in den Beeten zu schaffen. Die Bohnen sind jetzt nun nach einer grandiosen Erntephase durch, da wurde also eine komplette Reihe frei. Auch die meisten Ringel- und Kornblumen sind am Abblühen, hier haben wir jeweils beim Mangold (der übrigens steht wie eine eins!) grosszügig „ausgemistet“ und die neuen Blümchen eingepflanzt.


Die verbliebenen Altblumen werden wir nach einem weiteren Tipp von Theresa beim nächsten Mal einfach stark zurückschneiden, manchmal treiben sie dann neu aus: wär schon hübsch. Beide Fenchelpflanzen aus dem Wunschbeet waren auch mehr als erntereif: wow, was für Riesenteile! 

Fenchel

Gemüse in die Luft halten, heute: Riesenfenchel


Auf die hier frei gewordenen Stellen haben wir Dill ausgesät. 

Das Abernten der rausgenommenen Bohnenbüsche war zwar um Längen komfortabler geworden, allerdings durch den einsetzenden Regen auch bedeutend feuchter … Immerhin ersparte er uns das Wässern der Obstgehölze und nach einer Weile kam sogar die Sonne wieder raus. Trotzdem verschoben wir die Aussaat von Bohnen und Erbsen auf das nächste Wochenende: spät war es geworden an diesem letzten Tag im Juli, der uns wieder eine kaum in die Satteltaschen passende Ernte bescherte …. 

Was noch? 

Falls man sich unsicher ist, wann man mit der Maisernte anfangen kann, wir haben da einen untrüglichen Indikator: „unseren“ Waschbären. Irgendwann im Laufe der letzten Woche hat er unserem Kreis einen Besuch abgestattet und seine unverwechselbaren Spuren hinterlassen:

Waschbär Mais

Schon in den letzten Jahren haben wir den Waschbären als Mais-Dieb identifiziert


und sich natürlich – wie sollte es auch anders sein – an einer der Patenpflanzen vergriffen. Tut uns sehr leid, Arabella … Aber keine Angst: da alle Pflanzen gut tragen und wir zwei verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Erntefenstern haben, bekommst Du natürlich Ersatz und wahrscheinlich nächste Woche schon ein Päckchen: die nächsten Kolben sind so gut wie erntereif 🙂 (update Nr. 2: Paket ist schon auf dem Weg 😉

Was noch noch? 

Unser Feld war im Fernsehen! Am Freitag war der RBB zu einer Liveschaltung von den Bauerngärten da und auch unsere Parzelle ist zu sehen (man achte auf den Kürbis und die Zucchini 😉 Kamerascheu, wie wir nun einmal sind, waren wir allerdings nicht mit dabei: wir überlassen sowas lieber unsere Pflanzen, die sich super präsentiert haben, wie wir finden … … hier kann man den Bericht noch anschauen.

Bauerngarten Pankow im Juli 2016

Bauerngarten Pankow im Juli 2016

Warm, wärmer, am wärmsten ….

Warm, wärmer, am wärmsten ….

war es an diesem Wochenende (23. / 24. Juli 2016) definitiv in der Wohnung, also nix wie raus zum Feld. Bei einer kleinen abendlichen Stippvisite am Donnerstag war aufgefallen, dass unser Feuerbohnengerüst zwar noch stand, aber doch irgendwie zusammengerutscht war. Die Idee mit der Verankerung hat anscheinend nur so mittel funktioniert. Damit es sich nun nicht unter seiner Last komplett auf die eine Seite legt, haben wir diese mit einem langen, festen Ast abgestützt.

noch eine Stütze für die Feuerbohnen. Jetzt aber hält es!


(Offensichtlich nehmen unsere Bauten jedes Jahr nach einiger Zeit ein sehr interessantes, experimentelles Aussehen an … Wir schieben es auf die Wühlmäuse, die fleissig den Unterboden durchlöchern 😉 Da sich der Himmel grösstenteils leicht bedeckt hielt, kamen wir auch gar nicht so arg ins Schwitzen wie befürchtet, auch nicht beim Wasserschleppen. Unser Kürbis, der Mangold und die rote Bete sahen nämlich dermassen schlaff und durstig aus, dass wir ihnen ein paar Erfrischungen gönnten. Gleichzeitig konnte der erste Bienenstich in dieser Saison flugs in den frisch gefüllten Eimer gehalten werden: was für eine Wohltat (das kühlende Wasser, nicht der Stich 😉 Und wie jedes Jahr half hier eine Breipackung aus Spitzwegerich. Leider ebenfalls wie jedes Jahr machen nun die ersten Pflanzenkrankheiten die Runde: bei den Tomaten breitet sich die Braunfäule aus, bei Gurke, Kürbis und Zucchini der Mehltau. Tja, wenn alles so ein rasantes Tempo beim Wachsen und Reifen vorlegt, dann ist es halt auch anfälliger für Pilze …

So sehen unsere Tomatenpflanzen nach dem Entfernen der meisten befallenen Blätter und Früchte zwar etwas gerupft aus, aber vielleicht wird doch noch die ein oder andere Frucht reif. Beim Mehltau kam vom Bauengartenteam der Tipp, diesen mit einer 1/5 Mischung aus frischer Vollmilch und Wasser vorsichtig zu besprühen, was wir dann am Sonntag ausprobiert haben. Ob wir es allerdings zeitlich schaffen, dies ein paar Mal die Woche zu tun, ist fraglich … Gurke und Zucchini tragen jedenfalls noch fleissig und unsere eine Zucchini ist mittlerweile so kräftig gewachsen, das es – Mehltau hin oder her – eine wahre Freude ist.

Zucchini

Zucchini – prächtig

Gurke

Gurke

Beim Kürbis sind die ersten Früchte auch schon reif, hier warten wir nur noch ab, das sich der Stiel ordentlich verkorkt. Und da die Ringel- und Kornblumen nun wirklich ihren Zenit überschritten haben, wird er auch bald noch mehr Platz und Luft bekommen und vielleicht nicht mehr ganz so oft auf die Wiese ausbüchsen wollen wie im Moment. Ausgebüchst sind wir am Sonntag dann auch: diesmal schützten keine Wolken vor der brennenden Sonne, da war eine lange ausgedehnte Pause im Schatten der Linde (ha! Wir haben nicht nur Obstbäume zum drunter faulenzen 😉 zur Halbzeit mehr als willkommen. Ein wenig runtergekühlt ging es dann in den Endspurt: der Fenchel fängt langsam an zu schiessen …

Fenchel

Fenchel erntereif


… und muss dringend raus, die Buschbohnen hingen wieder voll, die Zwiebel sollten jetzt möglichst auch schnell geerntet werden und irgendwie musste ja auch alles zu Hause noch verarbeitet werden, wodurch die leckere Pfanne aus geschmorten Fenchel, Zucchini und Zwiebel mit frischen Pellkartoffeln und Kräuterquark wieder mal fast zum Mitternachtsimbiss wurde … 
Ernte

Ernte vom Samstag

Ernte

Ernte vom Sonntag

 
Was noch? 
Am Samstag gab es wieder einen köstlichen Scones und Kuchen zum Kaffee dazu was wir hiermit zum Anlass nehmen, ein paar von den bisher schmählich vorenthaltenen Scones- und Kuchenbildern zu posten: 

Kuchen UND Scones


Was noch noch? 

Beim Mais (auch bei den Patenpflanzen) scheinen die ersten Kolben langsam ausgereift zu sein: insgesamt trägt er nicht ganz so üppig wie im letzten Jahr, aber wir denken, es wird doch für alle reichen … 😉 

Mais

Mina-Mais

Mais

Arabella-Mais

Mais

Ursula-Mais

Ein paar unserer Selleriepflanzen blühen ja überraschenderweise und werden sehr intensiv von diesen wunderschönen Schmalkäfern besucht: 

Schmalbockkäfer

Schmalbockkäfer

Da verzichten wir gern auf etwas mehr Volumen bei den Knollen …

Was noch noch noch? 

Beim samstäglichen Wässern der Obstgehölze machten uns die Wühlmauslöcher in den Giessrändern zuerst etwas Sorge, da durch sie das Wasser wie durch einen Abfluss sofort verschwand. Aber vielleicht haben die kleine Pelzdinger ja auch ein unterirdisches Bewässerungssystem angelegt, welches clever verzweigt das Wasser direkt zu jeder Pflanzenwurzel leitet, so das man eigentlich nur den Schlauch in das allererste Wühlmausloch müsste? Uns gefiel die Vorstellung … und ja, wir haben dann doch auch ein bisschen viel Sonne abbekommen an diesem herrlichen Sommerwochenende 😉 

Bauerngarten Pankow im Juli 2016

Mischgemüse …

Mischgemüse …

… kennen alle, oder? Klassischerweise aus Erbsen und Möhren bestehend … und unsere Erbsen hatten am Samstag (16. Juli 2016) ihren grandiosen letzten Auftritt: das Beet musste für die neuen Jungpflanzen frei gemacht werden und eh hatten die Pflanzen ihre grosse Blütezeit hinter sich. Allerdings hingen sie noch ziemlich voll (von ganz klein bis prallerund) so dass das Absammeln der beherzt rausgerupften Pflanzen zwar einfacher aber nichtsdestotrotz ziemlich langwierig war. Vom Auspulen der ausgereiften Früchte ganz zu schweigen, aber das kam erst am Abend. Davor lag ein langer Tag auf dem Feld: um 11.00 Uhr war der Workshop „Fruchtfolge und Mischgemüsekulturen“ angesetzt und davor – wie gesagt – das Beet zu räumen …was sicherlich schneller gegangen wäre, wenn wir nicht erst eine ganze Weile fassungslos unsere Feuerbohne angestaunt hätten: wo kamen diese unterarmlangen Früchte so plötzlich her?

Unterarmlange Feuerbohnenschoten

Unterarmlange Feuerbohnenschoten 😳


 Kein Wunder, dass unser Gestell mittlerweile im Wind ganz schön schwankte: da muss uns noch was einfallen. Die Tomate ist inzwischen auch schon fast im Bohnendickicht verschwunden, was sehr pittoresk aussieht, aber leider auch verhindert, dass sie gut durchgelüftet wird. 

feuerbohne

Und, die Tomaten im Feuerbohnen-Dschungel gefunden?


Wir hoffen, dass die vielen Früchte, die dranhängen, noch rot werden, bevor die Braunfäule mit ganzer Härte zuschlägt. Doch zurück zum Workshop, dessen erster Teil diesmal wieder im kühlen Schatten der Obstbäume stattfand. Über Fruchtfolge und Mischkulturen hatten wir ja schon ein paar Mal berichtet: beides eine feine Sache, leider nur begrenzt gleichzeitig einsetzbar. Genau das macht dem Bauerngartenteam grad ein wenig Kopfzerbrechen, da ja – neben dem Kohl mit der Kohlhernie – offensichtlich auch die Rote Bete irgendetwas hat: sie scheint von Jahr zu Jahr immer mehr zu schwächeln. Insofern steht eventuell eine kleine Umstrukturierung der Beete in der nächsten Saison an. Ist aber alles noch in der Planungsphase, so dass wir erst später genauer darüber berichten können. Trotz des an sich ernsten Themas war es ein sehr entspannter, kommunikativer Workshop. Zum Schluss ging es dann zurück zur Parzelle, wo Max noch kurz das richtige Düngen demonstrierte. Als es dann wieder etwas ruhiger bei uns war, haben wir uns ein verspätetes Frühstück auf der Kleewiese mit frisch gepflückten Köstlichkeiten gegönnt:

Frühstück

Frühstück auf Leopardenfell (-Imitat) …


Das schmeckte nicht nur hervorragend sondern brachte auch einen dringend benötigten Energieschub: immerhin waren ja noch die Jungpflanzen unterzubringen! Grünkohl, Brokkoli und Salat kamen auf das frischgedüngte ehemalige Beet der Erbsen, deren Laub eine feine Mulchschicht für die Neuankömmlinge ergab: so macht Gärtnern richtig Spass.

Jungpflanzen

Jungpflanzen (von rechts nach links): Salat, Brokkoli , Salat, Grünkohl, Salat, …


Die Endivien haben das verwaiste Kohlbeet wieder belebt. Schon witzig, zwischen all den wuchernden „Altpflanzen“ plötzlich wieder solch Winzlinge stehen zu sehen. Am Ende dieses sehr langen und sehr sonnigen Tages gruben wir dann die ersten Kartoffeln aus: zwar nicht bombastisch viele, dafür alle unversehrt. Aufgrund der arg durchlöcherten Beete hatten wir in der Hinsicht ein wenig Sorge gehabt … aber alles gut. 
Ernte

Ernte , Samstag


So sonnig, wie der Samstag war, so bedeckt startete der Sonntag​ (17. Juli 2016): dicke Wolken hingen am Himmel und liessen uns vorsichtshalber die komplette Regenmontur mit aufs Feld nehmen. Mehr oder weniger umsonst: es war so schwülwarm und der Nieselregen so mikroskopisch fein, dass das Werkeln im T-Shirt bedeutet angenehmer war. Ein merkwürdiges Wetter …
Als erstes kümmerten wir uns um das Feuerbohnengerüst: um die Stabilität zu festigen, haben wir – ähnlich wie bei einem Zelt – an alle vier Ecken ringsrum einen Holzpflock in die Erde getrieben und die beiden Hauptstangen des Gerüstes quasi daran „festgezurrt“. Nun wiegt es sich nicht mehr ganz so doll im Wind … und bei Bedarf können wir die Schnüre ja wieder nachspannen. (Wahrscheinlich werden sie beim nächsten Besuch eh von den Ranken in Besitz genommen sein, aber das ist dann eine andere Geschichte …;) 

Feuerbohnen festgebunden. Immer noch schräg, aber wesentlich stabiler. Großes Dankeschön an Dieter für den Tipp, für die stümperhafte Umsetzung kann er nichts 🙂


Von den feurig roten ging es dann zu den grünen Bohnen, an denen wieder gut zwei Kilo nachgewachsen waren: die legen ein solches Tempo vor, dass wir kaum hinterher kommen … so schön. Auch Gurken und Zucchinis waren wieder erntereif, dazu dann noch ein Salat und ein Fenchel … und ganz zum Schluss ein paar Möhren, um die Kurve zum Mischgemüse wieder zu kriegen 😉 
Fenchel

Fenchel

Ernte

Ernte, Sonntag: mit Möhren für die rasante „Blogtitel-Kurve“


Was noch? 

Es ist uns zwar ein wenig peinlich, dass zuzugeben, aber wir sind bisher immer noch nicht dazu gekommen, auch mal Mangold mit nach Hause zu nehmen: zu viel ist jetzt grad reif geworden und will verarbeitet werden. Da es nun aber langsam höchste Zeit wurde, auch ihn abzuernten, haben wir am Sonntag anstelle der Blumen einfach einen schönen Strauss Mangold …

Mangold

Gemüse in die Luft halten, heute: Mangold


… ins Cafe Mint als kleines Dankeschön für all die leckeren Scones und den schmackhaften Kuchen gebracht, die uns immer wieder unsere Kaffeepausen versüssen. 

Was noch noch? 

Beim Abpflücken der Erbsen sind wir vereinzelt auf solch merkwürdig angefressenen Schoten gestossen: 

Fraßspuren an erbsenschoten

Fraßspuren der kleinen Pelzdinger?


Wir haben zwar keinen blassen Schimmer, wer oder was das gewesen sein könnte, aber von sämtlichen Szenarien, die wir gedanklich durchgespielt haben, hat uns das am Besten gefallen, bei dem unsere kleinen Pelzdinger eine Räuberleiter am Erbsengerüst machen und die oberste Maus genüsslich die Schote auszutscht … Allerdings hoffen wir sehr, dass sie das nicht auch beim Patenmais praktizieren: inzwischen haben sich nämlich bei allen drei „Kindern“ die ersten Maiskolben gebildet und überhaupt gedeihen die Pflanzen so gut, dass wir die Namensschilder nur noch nach intensiver Suche wiederfinden … Beim Workshop erwähnte Max übrigens, dass der Mais so im August erntereif sein dürfte: der Countdown läuft also 🙂 

Mais

Ursula-Mais

Mais

Mina-Mais

Mais

Arabella-Mais

Bauerngarten Pankow im Juli 2016

Bauerngarten Pankow im Juli 2016


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Wenn Pflanzen reden könnten …

Wenn Pflanzen reden könnten …

Vor sehr, sehr langer Zeit wurden wir von  Herbalecca (Hexengartenblog) und ein wenig später von Karo-Tina (Karo-Tina Aldente) für den Liebsten Award nominiert. In beiden Blogs schmöckern wir zu gerne: unterhaltsam und liebevoll geschrieben, mit schönen Bildern noch dazu: unbedingt empfehlenswert! Wir haben uns dementsprechend sehr geehrt gefühlt (und fühlen uns das auch immer noch) und schon mehrere Anläufe unternommen, die Fragen in der klassischen Art und Weise zu beantworten und zu behandeln … sind allerdings jedesmal kläglich damit gescheitert. Da wir aber nun mal beiden zugesagt hatten und so etwas nur äusserst ungern nicht einhalten, haben wir einfach unsere Pflanzen gefragt, ob sie nicht Lust hätten, unseren Part zu übernehmen. Freundlich und wohlerzogen wie sie sind, haben sie das gern getan: hier nun ihre Antworten (wir bitten um Verständnis, dass manche Fragen dann doch ihren Horizont überschritten bzw. ihre Gefühle verletzt hätten und deshalb nicht auftauchen …).


1. Schwarz/Weiß oder Farbe? 

„Farbe!“ Sagen Mangold, Rote Bete und Feuerbohnen, der Schwarzkümmel war sich nicht sicher … 

Rote Beete

Farbige Rote Beete


2. Kaffee oder Tee?
Einstimmig Kaffee: riecht gut und hält die Ameisen in Schach … 

3. Würdest du dich als “spirituell” bezeichnen?

Oha, da gingen die Meinungen arg auseinander:

  • Mit einem klaren Nein antworteten Kürbis, Lauch, Zwiebel und Sellerie 

    Sellerie wollte auch mal ins Bild

  • Ein verständnisloses „Hä???“ kam von Kartoffeln, Karotten und Mais 
  • Ich bin auf dem Weg dahin rief die Feuerbohne von oben 

    Himmelsstürmer

  • Was für eine Frage: selbstverständlich! wisperten Blumen, Fenchel, Schwarzkümmel, Mangold und Kräuter … 
  • Wir sind zu sehr mit Wachsen beschäftigt, brummten Gurke, Bohnen, Erbsen und Zucchini 
    Gurke

    Gurke

  • Tomate, Paprika und Physalis enthielten sich der Stimme (dann gib es auch kein Bild ;-))


4. An was denkst du, wenn du “Sommer” hörst?

„Wachsen, wachsen und wachsen“ (einstimmig)

5. Hast du Haustiere?

Ja, ganz viele! Aber manche mag ich gar nicht sooo gern … (Kartoffel, sich vordrängelnd) 



6. Welches ist dein Lieblingstier und warum?

Mariechenkäfer: sie sind einfach putzig anzuschauen und ihre Kinder sind so herrlich gefrässig (wieder einstimmig) 



7. Katze- oder Hundemensch?

Definitiv Katzen! Hunde sind uns zu tollpatschig (einstimmig)

8. hören oder sehen?

Fühlen … (einstimmig)

9. Wenn du die Wahl hättest, wo würdest du gerne leben?

„Bei den Mangoldfreunden natürlich!“ (Brave Antwort: haben wir nicht gesagt, unsere Pflanzen sind wohlerzogen?)

10. Welche Musik hörst Du am häufigsten?

🎶 Summ summ summ Bienchen summ herum  🎶 … (hier sind wir nicht sicher, ob uns unsere Pflanzen nicht ein ganz klein bisschen veralbert haben) 



11. Feuer, Wasser, Erde, Luft – welchem Element würdest du dich zuordnen und warum? 

  • „Feuer!“ (von der Feuerbohne: hier sind wir uns ziemlich sicher, dass sie uns auf den Arm genommen hat) 
  • „Wasser“ gluckerten Salat, Tomaten und Paprika 
  • „Erde!“ rief der Rest


12. Würdest du eher einen Nutzgarten oder einen Ziergarten anlegen?

Diese Antwort kam im Chor: „was ist der Unterschied? Sind wir etwa keine Zierde?“

Die Befragung fand übrigens letztes Wochenende (09. und 10. Juli 2016) statt: da wir eh am rumtuteln und ernten waren, bot es sich einfach an … Und falls jemand die Obstgehölze vermisst: tja, die sind noch arg schüchtern: wir sind wohl einfach zu selten bei ihnen …

Übrigens haben alle Pflanze die etwas sehr doll windigen Tage (Sturm!) der letzten Woche gut überstanden: ein Mais und eine Blume stehen jetzt ein wenig schräg, aber ansonsten alles im „grünen“ Bereich (bei den Feuerbohnen waren wir etwas in Sorge). Der Schwarzkümmel entwickelt sich sogar ausgesprochen prächtig: aus seinen fast bizarr wirkenden Blüten bilden sich jetzt die nicht minder eindrucksvollen Fruchtkörper hervor: eine wunderbare Pflanze von einzigartiger Schönheit …

Schwarzkümmel

Schwarzkümmel

Schwarzkümmelfrucht

Frucht des Schwarzkümmels

Und sowohl Zucchini als auch Rote Bete scheinen endlich auf dem Weg der Besserung! Sie sehen beide bedeutend kräftiger und erholter aus, haben auch eifrig an der Befragung teilgenommen. Ganz nebenbei haben wir übrigens durch das Interviewen entdeckt, dass unsere Paprika schon richtig grosse Früchte trägt: wann sie die produziert hat, wird uns allerdings ewig ein Rätsel bleiben … 
Paprikapflanze mit Früchten

Paprika, blüt und fruchtet

Was noch? 

Am Sonntag schwebten wieder wunderschöne Klänge durch den Volkspark: in unregelmässigen Abständen scheinen sich ein paar Leuten dort zum gemeinsamen Musizieren zu verabreden: sitzen ganz entspannt auf einer Wiese und singen, fiedeln und trommeln einfach wunderbar …

Was noch noch?

Der Patenmais gedeiht und blüht und wächst, das es eine wahre Freude ist: 

Mais

Arabella-Mais

Mais

Mina-Mais

Mais

Ursula-Mais


Was noch noch noch?

Ernte!

Kohlernte

Jonglieren klappt noch nicht …

Ernte im Bauerngarten Pankow

ein kleiner Teil der Ernte …