Donnerlittchen … 

Donnerlittchen … 

war das knapp am Samstag (22. Juli 2017): nach einem schwülwarmen Nachmittag auf dem Feld wurden von uns die ersten feinen Regentropfen als durchaus willkommene Abkühlung auf der Heimfahrt begrüßt. Zu Hause konnten wir dann sogar noch ein paar Minuten im Tröpfelregen auf der Terrasse sitzend den mit Blitz und Donner garnierten Heranzug der dunklen Wolken ganz entspannt genießen … bis schliesslich das angekündigte Gewitter im wahrsten Sinne des Wortes über die Stadt hereinbrach und sturzbachartigen Regen durch die Strassen peitschte:

Wir hatten Wetter …


Holla, war das ein Unwetter… ob unser am Nachmittag nochmals abgestütztes Feurbohnentipi diesen Urgewalten hatte standhalten können? Da half am Sonntag (23. Juli 2017) nur nachschauen …. und siehe da: es stand noch wohlgemut und leuchtend im Beet. Puh, was für eine Erleichterung … und dieses Gefühl der Erleichterung überkam uns am nächsten Tag nochmal doppelt und dreifach, als eine kurze Stippvisite im Schlosspark eindrucksvoll vor Augen führte, mit welcher Wucht der Sturm am Samstag gewütet hatte: erschreckend viele – und nicht gerade kleine – Äste waren abgerissen worden und ein paar der grossen alten Bäume bilden jetzt erst einmal Zusatzbrücken über die Panke:

Schlosspark in Pankow

Schlosspark in Pankow

schon irgendwie wildromantisch, aber auch jammerschade um die schönen Bäume … 

Doch nun genug „gewettert“ und zurück zum Feld. Am Samstag waren wir gut vorangekommen: nicht nur um das Möhrenbeet haben wir uns endlich mal gekümmert, auch um den Mais, den Lauch und die Zwiebeln … sprich: um alles, was bislang etwas zu kurz gekommen war 😉 … und natürlich auch wieder dem Kürbisbeet gehuldigt. Es ist immer wieder erstaunlich, wieviele Bienen in eine Kürbisblüte passen: 

Kürbisblüte

Bitte nicht drängeln …


fein geerntet hatten wir selbstverständlich auch: 


 

Dadurch blieb am Sonntag Zeit für ein wenig Gartengeplauder. Dabei beglückte uns eine liebe Mitgärtnerin mit einer Zitronengurke:

Zitronengurke

Dankeschön nochmal dafür … 🙂

und dem Anblick dieses knuffligen Kartoffelhundes:

Kartoffelhund

Ein süßer Kartoffelhund

Auf dem Heimweg machten wir einen Abstecher zu den Kürbis- und Kartoffelfeldern des Bauerngartenteams und gönnten uns den Luxus eines schönen Spaziergangs durch den Botanischen Volkspark und über die wilden Wiesen dahinter.


Daheim wartete dann allerdings noch ein wenig Nacharbeit auf uns: zwei Kilo Bohnen wollten eingefroren werden und aus dem Zucchinihaufen, der sich mittlerweile angesammelt hatte, zauberten wir einen nicht minder beeindruckenden Haufen Zucchinipuffer: sehr schmackhaft und auch kalt ein Genuss :)) 

Was noch? 

Unser zerzaustes Findelkind „Ernstli“ hat es geschafft! Dank der aufopferungsvollen Pflege seiner Ziehmutter konnte der kleine „Schreihals“ (O-Ton derselben 😉 schon bald in die Voliere umziehen und ein wenig später dann in die Freiheit entlassen werden … wir sind superglücklich über dieses schöne Happyend sagen nochmals Tausend Dank an alle, die es ermöglicht haben 🙂 

Bauerngarten Pankow im Juli 2017

Bauerngarten Pankow im Juli 2017

Mäuseolympiade und Workshop … 

Mäuseolympiade und Workshop … 

… welcher wieder am Samstag (15. Juli 2017) so früh anfing, dass wir davor grad mal die leichte Schlagseite unseres Feurbohnengerüstes (es schwächelt nun doch) registrieren und ein Minischwätzchen mit unseren Nachbarn halten konnten. Dann gings schon los mit dem sehr komplexen Thema Düngen in der ökologischen Landwirtschaft. Sehr häufig taucht ja die Frage auf, wie und ob überhaupt Düngen dazu passt … Nun ist es zwar so, dass im ökologischen Landbau der natürliche Nährstoffkreislauf des Bodens als Grundversorgung der Pflanzen dient. Da wir aber als Gemüsebauern – die wir nun mal sind – dem Boden ne ganze Menge abverlangen und mit der Ernte entnehmen, müssen wir diesem Kreislauf von „aussen“ auch wieder etwas zuführen (wenn wir weiterhin so schöne Früchte haben wollen). Im Idealfall macht man das mit organischem Dünger: also Mulch (Haken dran), Kompost und Mist (in Planung). Da mit Mulchen – so toll es ist – nicht alles kompostiert kompensiert werden kann, füttern wir den Boden mit Maltaflor (Malzkeimdünger), damit dieser dann wieder die Pflanzen fein füttern kann. Aber Achtung: das klappt natürlich nur bei lebendigem Boden. Bei Zimmerpflanzen passiert im günstigsten Fall nichts, doch häufiger fängt es in der mehr oder weniger toten Blumenerde an zu schimmeln, da all die kleinen, für das Verwerten der Nährstoffe notwendigen Helfer (von Bakterien über Mikroorganismen zu Regenwürmern) schlichtweg nicht „zu Hause“ sind. Ein wirklich schönes und einleuchtendes Beispiel dafür, wie wichtig ein intaktes Bodenleben ist … 

Schönes Bild als kleine Auflockerung zu dem vielen Text? 🙂

In unseren Kreisen scheinen sich jedoch zum Glück viele kleine Helfer im Bodenreich heimisch zu sein: jedenfalls ergab ein Rundgang zum Ende des Workshops, dass kein Nährstoffmangel zu erkennen ist: es sieht alles gut aus … und was nicht so schick ausschaut, ist leider krank. So nagt an der Physalis wieder der violette Wurzeltöter, weshalb wir jetzt auch zwei Pflanzen rausgenommen haben. Und ernsthaft am überlegen sind, es ganz mit ihnen zu lassen: sie brauchen viel Platz, kränkeln nun schon im zweiten Jahr, wodurch sich der Ertrag arg in Grenzen hält (besser gesagt gegen null geht). Nun ja … immerhin hat jetzt die tapfere Aubergine mehr Luft und Platz – jedenfalls so lange, bis der Kürbis sich den frei gewordenen Raum erobert, was wahrscheinlich nicht länger als zwei Tage dauern wird 😉 

Dem wiederum haben wir von der Jungpflanzenlieferung ein paar Zuckerhüte (Salat) untergejubelt: erfahrungsgemäß wird das momentan so üppige Kürbislaub – leider – nicht mehr lange stehen. Da Zuckerhut langsam wächst, müsste es klappen mit dem nahtlosen Übergang … wir sind gespannt, wie dieses Experiment ausgeht. Den Endiviensalat haben wir dafür ganz dekorativ ins innere Beet zu Mais und Basilikum gesetzt, den Grünkohl und ein Chinakohl wie geplant auf das ausgeruhte Beet bei den Feuerbohnen und das endlich angekommene Bohnenkraut natürlich zu den ausgesäten Herbstbuschbohnen (die schon fröhlich ihre Köpfchen aus der Erde stecken). Auch die Feuerbohnen wachsen emsig weiter, so emsig, dass unser Gerüst – wie schon erwähnt – ziemlich schief stand. Da war des Bastlers kundige Hand gefragt … ein kräftiger Ast stützt es nun ab und hält es hoffentlich stabil. Auch eine Sonnenblume hatte sich verdächtig auf die Seite gelegt: anderer Ast gleiches Prinzip:

Feuerbohnen-Gerüst-Stütze

Bei uns wird alles gestützt 🙂


Doch was wäre um diese Jahreszeit ein Besuch auf unserem Feld ohne Ernten? Zucchini und Gurken waren wieder nachgewachsen und wir hatten Appetit auf frische Kartoffeln mit zarten Möhrchen … Die Möhren wachsen übrigens dieses Jahr etwas knubblig und beinig bei uns.

Möhrenernte

Möhrenernte


Offensichtlich ist die Erde dort zu fest, was höchstwahrscheinlich an dem Trampelpfad liegt, der nur wenige Zentimeter neben ihnen entlangführt… schmecken tun sie allerdings so hervorragend wie eh und je. Das Pflücken der ebenfalls massenhaft nachgewachsenen Buschbohnen und das Rausnehmen des Weisskohls haben wir uns allerdings für den Sonntag aufgehoben: 


… immerhin muss ja alles auch noch irgendwie verarbeitet werden. Hinzu kamen an diesem Tag auch noch frisch gesammelte Pilze, welche uns Freunde netterweise zum Feld brachten und in jahrhundertealter Tradition eintauschten gegen Naturalien vom Feld (Zwiebeln und Rote Bete).  
Und was war nun mit der Mäuseolympiade? Am Samstag fand irgend so was in der Art in unserem Kreis statt: ständig huschten die kleinen Pelzdinger durch die Beete, gern auch ganz dicht an einem vorbei (leider kein Foto). Als sich der Workshop weiter in die Mitte verlagerte, flitze sogar ein – augenscheinlich sehr wissbegieriges – Mäuschen den Leuten hinterher. Schon löblich, wenn sich unsere drolligen Mitbewohner ebenfalls weiterbilden wollen .. 
Was noch?

Beim Abernten der Gurken haben wir am Samstag einen wundersamen Gast entdeckt:

Ligusterschwärmer

Ligusterschwärmer


so einen hatten wir bisher noch nie zu Besuch. Ein Ligusterschwärmer ist es, nicht nur wunderschön sondern auch fast handtellergross … so groß jedenfalls, daß unser mitteleuropäisches Gehirn eine Weile brauchte, um alle Einzelteile zusammenzusetzen und den Falter in seiner imposanten Pracht zu erkennen. Auch eine gute Art der Tarnung … 

Was noch noch? 

Selbstverständlich haben wir auch wieder eine Kaffeepause am so schön erblühten Feldrand genossen: 

Kaffee-Idylle


Bauerngarten Pankow im Juli 2017

Bauerngarten Pankow im Juli 2017

Summende Feuerbohnen in leuchtender Blütenpracht … 

Summende Feuerbohnen in leuchtender Blütenpracht … 

… umgeben von üppigem Grün: eigentlich mag man da noch gar nicht an den Herbst denken … und doch ist jetzt der beste Zeitpunkt, für eine – hoffentlich – reiche Ernte in der bunten Jahreszeit die Saat auszubringen. Auch wenn es bisher kaum auffällt: die Tage werden wieder kürzer und damit wandelt sich das Wachstum der Pflanzen nach und nach von explosionsartig zu gemächlich. Also waren wir am vergangenen Wochenende (8. und 9. Juli 2017) so emsig wie die Ameisen, obwohl wir lieber wie unser schönes Heupferdchen einfach nur in all der Pracht gethront hätten …


Dem so eifrig von den Bienen besuchten Feuerbohnentipi haben wir ein paar Buschbohnennester zu Füßen „gelegt“ und dafür erstmal noch ein bisschen mehr Platz geschaffen. Sprich: uns von den Erbsen getrennt. Es waren eh nur noch ein paar Schoten dran und das Laub bei den meisten mittlerweile eher gelb als grün … Übrig sind jetzt nur noch die Erbsenranken, welche sich im Inneren des immer dichter werdenden Tipis mit den Bohnen offensichtlich einen kleinen Wettstreit liefern: Wir haben jedenfalls bisher noch nie Erbsen gesehen, die über 1,50 m 1,80 m (Update 11.07.2017) hoch sind … da wollten wir uns nicht einmischen. Zudem wär es ne ganz schöne Fummelei geworden, sie da heraus zu „operieren“:


Auch die Buschbohnen legen sich ordentlich ins Zeug: am Donnerstag brachte ein erstes Abernten schon mal ein knappes Kilo, am Wochenende kamen mindestens anderthalb dazu (die Schätzung gehen auseinander, wir brauchen eine Waage). Da kann man schon mal welche für später aufheben …

Bohnen

Für den Winter: Bohnen blanchiert und bereit zum einfrieren


… und – ebenfalls für später – zwischen ihnen und der Rote Bete nochmal Zuckererbsen aussäen. Vielleicht sind dann wieder so schön blaulila blühende Exemplare dabei: 

Erbsenblüte

Erbse


Das jetzt eine Weile ruhen dürfende ehemalige Radieschen- und Mairübchenbeet wurde für die nächste Jungpflanzenlieferung ordentlich aufgeschüttelt und dann wieder sorgfältig mit Mulch zugedeckt. Das andere Kohlbeet haben wir – mit Blick auf die Kohldeadline zum 15.7. – ausgedünnt und aus drei ziemlich zerfleddert aussehenden Wirsingköpfen sogar ein leckeres Gericht gezaubert, zu welchem auch wunderbar Zucchini passt … 

Sowieso kam das Ernten nicht zu kurz: zu Buschbohnen und Wirsing gesellten sich noch Rote Bete und Vereinzelungsmöhren:

Rote Bete

Rote Bete



und selbstverständlich Zucchinis und Gurken 😉

Ernte

Ernte


So wuselten wir im schönsten Sonnenschein über unsere Beete und lugten dabei auch mal in das unglaubliche Kürbisunterholz, wo neben zärtlichen Blüten und vielen kleinen Murmeln auch schon dieser Prachtbursche stillvergnügt vor sich hinwächst …

Rabaukenbeet

Rabaukenbeet


Im Kürbis Dschungel



Und an unserem wunderschönen Blumenbeet haben wir auch immer wieder einen Halt eingelegt: was für eine herrliche Pracht …

Blumenbeet

Blumenbeet

Was noch? 

Dieses Jahr haben wir ja zum ersten Mal Auberginen in unseren Reihen und ehrlich gesagt plagt uns ihnen gegenüber ein wenig das schlechte Gewissen: die Pflanzen sehen – Hand aufs Herz – erbarmungswürdig aus, was sie allerdings nicht davon abhält, munter Früchte zu produzieren.

Aubergine

Aubergine


Irgendwie haben wir es hier verpennt, die ersten Blüten abzuknipsen … eigentlich nicht so unser Stil, aber jetzt lassen wir sie einfach machen und geloben für die nächste Saison Besserung. 

Bauerngarten Pankow im Juli 2017

Bauerngarten Pankow im Juli 2017

Regenworkshop …

Regenworkshop …

… den gab es ja auch noch am vergangenen Wochenende (2. Juli 2017). Gut, es ging eigentlich um Erntetechnik und Herbstaussaat und Max zeigte auch die jeweiligen Erntemethoden, grub sogar eine erste Kartoffelplanze aus, an der dank der schweren feuchten Erde die Knollen komplett mit rauskamen. Allerschönste Frühkartoffeln übrigens … Nur mit Bildern davon können wir leider nicht so dienen: es war schlichtweg zu nass von oben zum Fotografieren. Doch des Fotografen Leid ist des Gärtners Freud: unser Feld strotzt geradezu vor saftigem Grün! Der Kürbis ist mittlerweile mehr als einen halben Meter hoch (!) und hat damit unser Schild komplett überwuchert.

Kürbis

(Rabauken-) Kürbis


Und trotz des lästigen Kartoffelkäfernachwuchses bilden auch die Kartoffelreihen das so geliebte Dickicht … in welchem neben Spinnen und Mariechenkäfer unterschiedlichster Colour auch dieser lustige Gesell wohnt:
Heupferdchen

Heupferdchen


Der Gurke geht es ebenfalls prächtig. Ihr Blattwerk ist so dicht, dass es ihr gelingt, immer wieder eine Frucht zu verstecken …

Gurke

Gurke


Die Sonnenblumen blühen nach und nach auf: 

Sonnenblume

… gleich …


Blüte Sonnenblume

… nein jetzt blüht sie auf … die Geburt einer Sonnenblume


und die Ringelblumen leuchten selbst – oder vielleicht gerade – bei trübem Wetter wunderschön. Von denen haben wir wieder soviel, dass wir welche zu nicht so damit gesegneten Mitgärtnern umpflanzen konnten. Auch dafür was das feuchte Wetter sicherlich ideal. 

Zum Abschluss noch ein paar Erntebilder

Fenchel

der letzte Fenchel ist jetzt raus


ebenso wie die Radieschen, von denen zwei wirklich beeindruckende Kohlhernieauswüchse hatten:

Radieschen Kohlhernie

Radieschen mit Kohlhernie


Was noch?

Natürlich ein kleines Update zu unserem Findelkind: lt. letzter Meldung nimmt es das Futter an und bettelt mit kräftigem Stimmchen nach mehr … :)) 

Bauerngarten Pankow im Juli 2017

Bauerngarten Pankow im Juli 2017

Nur mal kurz auf’s Feld …

Nur mal kurz auf’s Feld …

… wollten wir am Samstag (1. Juli 2017). Nur schauen, ob unsere Pflanzen den Wassermassen der letzten Tage trotzen konnten (konnten sie) und alles noch halbwegs an seinem Platz ist (ist es), schnell was ernten und möglichst nicht zu nass werden … Soweit also alles im grünen Bereich …

…. nur mit dem schnell und kurz, das wurde dann doch nichts, denn wir wurden von unserer lieben Mitgärtnerin Ilka zu einem Notfall gerufen. Sie hatten einen jungen, noch nicht flüggen Eichelhäher entdeckt, der frierend unter den Apfelbäumen hockte, ganz apathisch und dann lagen da noch die Überreste seiner Geschwister herum. Von den Elternvögel war weit und breit keiner in Sicht und so scharten wir uns um den kleinen armen Kerl, versuchten, ihn mit Regenwürmer zu füttern (was er stoisch ignorierte) und fühlten uns verdammt hilflos. Was macht man mit so einem armen Wesen?


Bei Nabu ging erstmal keiner ran, der sich mit Vögeln auskennende Bekannte von Ilka war auch nicht zu erreichen … den Kleinen aber so frierend und hilflos auf den Boden sitzen zu lassen, ging nun gar nicht. Und da sich immer noch kein Elternteil blicken lies, kam das frierende Häufchen Unglück erstmal in ein Handtuch: zum Aufwärmen und auch zum sich drin verstecken.


Das klappte ganz gut und endlich kamen auch Rückmeldungen. Nabu empfahl, ihn zwei, drei Stunden aufzuwärmen und dann wieder auszusetzen, die Eltern würden sich schon wieder um ihn kümmern. Das kam uns mit Blick auf das, was von seinen Geschwistern übrig geblieben war, nicht so richtig erfolgversprechend vor … Viel besser erwies sich der Tipp vom Vogelfreund, der uns an eine Frau vermittelte, die – nachdem wir ein Foto von dem Findelkind geschickt hatten – schrieb: bringt ihn vorbei, ich päpple den auf.

Und just zu diesem Zeitpunkt kam wie vom Himmel geschickt Dieter vorbei und erklärte sich sofort bereit, uns mit seinem Auto dorthin zu bringen, besorgte sogar noch einen Pappkarton aus dem Cafe Mint für den Transport. Auch dass sein Auto nur Platz für einen Mitfahrer hat, traf sich ganz gut, da wir noch einen wichtigen Termin am nachmittag hatten (deswegen ja auch: nur kurz auf’s Feld etc.)

Einer blieb also zurück und erntete dann doch noch schnell unser Abendbrot, der andere machte sich mit mit Dieter auf den Weg zur birdsoase, den Winzling warm und sicher verpackt auf dem Schoß. 

Dort angekommen war nach gefühlt 30 Sekunden klar, dass er den besten Händen sein wird, die man sich vorstellen kann. Und ebenso war klar, dass die Entscheidung, es nicht selbst zu versuchen mit dem Aufziehen, goldrichtig gewesen ist. Allein das alle drei Stunden füttern hätten wir spätestens mit Beginn der Arbeitswoche nicht meistern können, ganz zu schweigen von dem Fachwissen, der Spezialnahrung, der später dann nötigen Vogelvoliere … all das hat sich Ute, die Frau mit dem riesengrossen Herz für all die Verstossenen und Zurückgelassen, selber angeeignet und mit eigenen Händen aufgebaut. Und sie kümmert sich nicht nur um Vogelkinder, auch ausgesetzte Meerschweinchen, an Leib und Seele verletzte Hunde und Katzen finden bei ihr Geborgenheit und Zuwendung … es ist ergreifend und wunderbar, dass es solche Menschen gibt und wir freuen uns von Herzen, das der kleine Fratz nun dort gross und stark werden kann. Schaut auf ihre Homepage und ihr werdet verstehen, was wir meinen …

Später – nachdem die ganze Aufregung und das Sichsorgen endlich abgeklungen war – ging uns glatt nochmal das Herz auf, als uns bewusst wurde, mit welcher Selbstverständlichkeit sich Bauerngärtner auch in solchen Dingen gegenseitig helfen und unterstützen. Wir sind wirklich gerührt, ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Deshalb auch nochmal an dieser Stelle ein riesengrosses Dankeschön an Ilka und Dieter: Ihr seid einfach grossartig …
P.S.: Es ist wirklich empfehlenswert, immer ein Handtuch dabei zu haben, da hatte Douglas Adams durchaus recht … 😉 

Samstag Tortenstück, Sonntag Weltacker 

und bei beiden gab es viel zu staunen: der Rand unseres Tortenstückes erblüht gerade wunderschön, …


… die Feuerbohnen haben die Spitze ihres Gestells erreicht, …

… in unserer Erbsenreihe gibt es wieder Schönheiten mit aparten lila Blüten … 


… und dann ist da noch das Kürbisbeet, welches wir spontan in Rabaukenbeet umbenannt haben. Die Hokaido-Burschen nehmen nämlich alles in Beschlag, strecken schon die Fühler zu den Blumen und den Tomaten aus … und wachsen von Dienstag bis Samstag gern mal nen Meter.

Kürbis

Update Dienstag: Das Beet ist jetzt offiziell voll 😉


Der Sweet dumpking hingegen scheint ein sehr höflicher Kürbis zu sein, immerhin hat er unserem letzten Eichblattsalat bis zum Schluss genügend Platz gelassen. Der Salat war übrigens erstaunlich schwer und wieder Heim für etliche Regenwürmer und kleinen Schneckchen 🙂 Unsere Gurken haben ein wahres Dickicht gebildet, aus dem die gelben Blüten fröhlich hervorleuchten. Die erste Frucht war auch schon erntereif und sehr lecker. Apropos Dickicht: die lange Kartoffelreihe (natürlich die lange) ist so dicht und üppig, dass der schmale Weg zum nächsten Beet fast nicht mehr begehbar ist und die Rote Bete quasi nur noch zu erahnen unter den dunkelgrünen Blättern der Kartoffeln. An der am stärksten zugewucherten Stelle haben deshalb versucht, sie mit Hilfe eines improvisierten Zaunes ein wenig zu bändigen, um der dies Jahr so schön wachsenden Bete wieder etwas Licht und Luft verschafft. Und sind gespannt, wie es sich bewährt …Allgemein ist gerade alles mit Fröhlich-vor-sich-Hinwachsen beschäftigt, nur eine Paprika hat etwas gelitten und irgendwie schaut es nicht so aus, als wenn sich das noch verwächst … ob da an den Wurzeln die kleine Maus genagt hatte, welche am Samstag so fröhlich durch die Reihen flitzte?

Dafür wird unsere erste Auberginenfrucht immer grösser und schöner … 

Auberginenfrucht

Auberginenfrucht


… und da wir absolut keine Ahnung haben, wann sie reif ist, haben wir mal auf Twitter nachgefragt. Resultat: wenn sie beim Draufdrücken leicht nachgibt, dann ist es soweit. Also werden wir sie nächstes Mal nicht nur verzückt streicheln sondern auch drücken 😉 (Ganz herzlichen Dank nochmal an Angela für den Tipp und liebe Grüße!) So verbrachten wir den Samstag (24. Juni 2017) mit emsigen Basteln und Ernten auf unserem Feld und schwänzten dafür den Sonntag (25. Juni 2017), um – mal was ganz anderes – auf die IGA zu gehen. (Bevor Ihr jetzt denkt, wir sind zu völligen Garten-Nerds geworden: am letzten Donnerstag waren wir auf dem großartigen Depeche Mode Konzert im Olympiastadion: wir machen schon auch noch andere Sachen 😉 

Doch zurück zum Sonntag: da wir vorher noch nie in den Gärten der Welt (auf deren Gelände die IGA zu Gast ist) waren, hat uns schon allein die weitläufige Anlage sehr gut gefallen, auf der man locker einen ganzen Tag verbringen kann. Durch das launische Aprilwetter am vergangenen Wochenende hielt sich auch die Besucherzahl in moderaten Grenzen. Besonders interessierte uns natürlich der Weltacker. Hierzu erstmal die Beschreibung der IGA: „2000 Quadratmeter – das ist das magische Stück Land auf dem alles wachsen muss, was ein Mensch innerhalb von einem Jahr verbraucht: Von Brot über Obst und Gemüse bis zum Futter für die Wurst, Baumwolle für das T-Shirt, Energie für den Tank und alles was wir noch so an Genussmitteln vertilgen…“

Weltacker IGA2017

Platzbedarf für eine Portion Linseneintopf


Dies nun alles maßstabsgerecht auf 2000 Quadratmeter zu sehen, war schon spannend. Neben den – mehr oder weniger – bekannten heimischen Gewächsen steht dort u.a. auch Reis (wusstet Ihr eigentlich, dass der Anbau im Wasser auch dazu dient, Beikräuter fern zu halten?)

Das ist kein Reis! Aber das Bild war einfach schöner.


Wir sind danach noch an vielen schönen Sachen vorbeigekommen, zuviel, um alle im Detail zu beschreiben. Daher hier nur ein paar Bilder von unseren persönlichen Highlights: 

Nebelgarten IGA2017

Nebelgarten: das könnten wir uns gut als Pausenecke auf unserem Feld vorstellen 😉


IGA2017 brasilianische Garten

IGA2017 brasilianische Garten


IGA107 der australische Garten

IGA107 der australische Garten

IGA2017 Garten Südafrika

IGA2017 Garten Südafrika



Falls Ihr jetzt Lust, selbst mal vorbeizuschauen, dann empfehlen wir wärmsten, im chinesischen Garten einen Tee zu trinken. Hier wird anscheinend wirklich jeder Tee in der speziell für ihn passenden Teekanne oder -schale frisch am Tisch aufgegossen und dazu gesagt, wie lange er zu ziehen hat und wie oft man nochmal aufgiessen kann. Man bekommt also nicht nur ein feines Geschmackserlebnis geliefert sondern kann gleichzeitig beobachten, wie jeder sein Smartphone zückt, um die individuelle Ziehzeit seines Tees einzustellen, was durchaus seinen gewissen Slapstick-Charme hat …

Was noch? 

Vom Bauerngartenteam wird als Projekt eine Dreifelderwirtschaft im Botanischen Volkspark betrieben. Das sieht nicht nur toll aus …

Bauerngarten Kartoffelacker

Bauerngarten Kartoffelacker


… sondern man kann sogar Kürbisse und verschiedenste Kartoffelnsorten vorbestellen, und zwar hier.

Bauerngarten Pankow Juni 2017

Bauerngarten Pankow Juni 2017

Langer Tag der Stadtnatur und Workshop Pflanzengesundheit …

Langer Tag der Stadtnatur und Workshop Pflanzengesundheit …

… das passt, oder? Und Theresa machte ihre Sache am Samstag (17. Juni 2017) super: ausführlich und anschaulich erläuterte sie zum Thema Pflanzengesundheit die unterschiedliche Herangehensweise von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft wie auch die verschiedene Ansätze der letzteren dazu. Diesmal war der Workshop auch im Rahmen des langen Tages der Stadtnatur offen für Gäste, welche nicht nur aufmerksam zuhörten sondern auch viel hinterfragten: immer ein schönes Zeichen, dass jemand wirklich interessiert an der Materie ist. (Und zudem waren sie zahlreich erschienen: es ist jedes Mal faszinierend, wieviele Menschen auf unsere Parzelle passen und nix geht kaputt 🙂 

Unser Acker hat Menschen …

Da wir in der Vergangenheit allerdings schon ziemlich viel zu Pflanzengesundheit geschrieben haben, diesmal nur ein paar Streiflichter:

A und O sind für den Biobauern Präventivmassnahmen, sprich, der Pflanze die für sie optimalen Bedingungen zum Wachsen und Gedeihen geben (Standort, „Futter“, Nachbarn usw.). Nun haben logischerweise die verschiedenen Pflanzenfamilien unterschiedliche Bedürfnisse: Tomaten mögen es nun mal gar nicht, wenn sie von oben nass werden, Bohnen finden Stickstoffdünger nicht so toll währenddessen der Kürbis gern viel von allen hat (so unsere Erfahrung). Das mit den Bohnen und dem Kürbis kriegt man auf dem begrenzten Raum der Kreise ganz gut hin. Und wenn man auf die Tomate partout nicht verzichten will, muss man sie halt luftig halten: daher hat Theresa eine unserer Tomaten in Form gebracht (irgendwie hatten wir es verpasst, sie von Anfang an ordentlich auszugeizen, so dass sich ordentlich kräftige Seitentriebe gebildet hatten, die jetzt – nun ja – weg sind). Ein wenig schlanker und schmaler ist sie geworden, sieht immer noch toll aus und wird es hoffentlich mit vielen gesunden Früchten danken … 


In anderen Fällen – wie z.B. dem immer wieder auftretenden lästigen Mehltau – baut der pfiffige Gemüsebauer schlichtweg schnellwachsende Sorten an, die den Krankheitserregern wenigstens eine Zeitlang einfach davonwachsen (beste Beispiel unsere unermüdlichen Zucchinis).

Zucchini

Zucchini


Und bei manchen hilft einfach nur das Absammeln: siehe Dauerthema Kartoffelkäfer (welche übrigens die im Internet weit verbreitete Auffassung, dass Kaffeesatz sie vergrämt, bisher nicht die Bohne interessiert … wir erwägen mittlerweile, auf Muckefuck umzusteigen 😉 )

Kartoffelkäfer Larven

Kartoffelkäfer Larven


Auch Blumen können eifrige kleine Helfer sein: Calendula sind nicht nur schön anzusehende Heilpflanzen sondern dienen auch als Köderpflanzen, denn im Idealfall lassen sich die Blattläuse auf ihnen nieder und nicht auf den Bohnen (welche übrigens anfangen zu blühen *freu*).


Nach all der Theorie folgte dann die Praxis: das erste Kreuzblütlerbeet musste abgeerntet werden (Dauerthema Nr. 2: Kohlhernie). Eine ordentliche Menge an Mairübchen kam da zusammen, obwohl wir in letzter Zeit schon immer mal welche mitgenommen hatten (sie sind übrigens total schmackhaft). Bei den Kohlrabis gab es ein Prachtexemplar, drei geht so, einen mit der typischen Narbe der Drehherzmücke und einen Winzling, an welchem die Beule der Kohlhernie riesig wirkte … und deutlich zeigte, dass die Deadline nicht zu früh gesetzt war.

Kohlhernie

Kohlrabi Wurzeln von Kohlhernie befallen


Kohlhernie

Höchste Zeit, auch hier Kohlhernie deutlich zu erkennen

Kohlrabi

Er lächelt so schön …


Netter Nebeneffekt des „Kahlschlags“: wir konnten die Erbsen nun auch von der anderen Seite nochmal sanft an die extra für sie aufgestellte Kletterhilfe heranführen. Im Gegensatz zu den Feuerbohnen, die zielstrebig gen Himmel streben, tun sie sich nämlich etwas schwer mit dem Emporranken: lieber halten sie sich am Mangold und aneinander fest … aber das wird schon werden. 

Ansonsten haben wir an diesem Wochenende nochmal nachgemulcht, Mohrrüben vereinzelt und das wunderbare Wetter genossen (zum Teil wieder faul im Schatten liegend). Die Blumen, die zum Nachpflanzen seit Montag bereitstanden, hatten wir ja schon im Laufe der Woche eingepflanzt. So blieb noch genügend Muße, sich an all dem üppigen Wachstum zu erfreuen. Nachdem wir die Salatschwemme ziemlich gut gemeistet haben, lässt nämlich ein Blick auf die Beete kaum Zeit zum Luftholen: die erste Aubergine hängt wahrhaft pittoresk an einer Pflanze (wann bitteschön ist die eigentlich gewachsen?)

Aubergine

Aubergine


Erbsen, Fenchel und Radieschen stehen quasi schon in den Erntestartlöchern, die Gurke versucht, den Anschluss zu halten, dann ist da ja noch die nimmermüde Zucchini und eigentlich wollten wir schon lange mal einen leckeren Knoblauchgrasquark machen: sind das nicht wunderbare Aussichten?

Fenchel

Erntestartloch als erster verlassen hat der Fenchel


Ernte

Ernte im Eimer (zum kühlen für den Transport 🙂


Was noch?

Durch das Abernten von Mairübchen und Kohlrabi haben unsere Feuerbohnen mehr Luft und Platz bekommen. Soviel Platz sogar, dass wir an zwei Stellen nochmal nachgesät haben, nicht, weil wir so gierig sind, sondern weil es später sicherlich noch schöner aussieht, wenn wirklich alles komplett zugerankt ist. Dabei haben wir herrlich kichern müssen, als nämlich der das Saatloch vorbohrende Finger plötzlich ins Leere ging und wir beide gleichzeitig die Vorstellung von einer unten mit offenem Mund wartenden Wühlmaus hatten … 

Bauerngarten Pankow Juni 2017

Bauerngarten Pankow Juni 2017