Vielleicht …

Vielleicht …

… war es ja der letzte sommerliche Tag am Feld in diesem Jahr für uns, dieser wunderbar sonnige Sonntag (17. September 2017) … zumindest war es unser letzter Besuch dort für die nächste Zeit, ist doch der langersehnten Urlaub endlich in greifbare Nähe gerückt.

Da hiess es, vorm Werkeln gut zu überlegen und abzuwägen: was sollte/musste unbedingt jetzt raus, was kann noch weiter die Beete schmücken, was können wir dem Feld noch Gutes tun … Das alles natürlich – wie sollte es anders sein – leicht übermüdet nach einer viel zu kurzen Nacht (die wir grösstenteils um eine Feuerschale geschart mit lieben Freunden verbracht hatten). Wenigstens waren wir aus einem schönen Grund etwas groggy und noch nicht ganz auf der Höhe, als wir bei unserer Parzelle ankamen … doch wie immer luden sich beim Rumwuseln auf den Beeten so ganz nebenbei auch die leeren Krafttanks wieder auf, so dass wir von Handgriff zu Handgriff munterer wurden. Dies war mehr als willkommen, denn von denen (also den Handgriffen) waren eine Menge nötig: so war der Spinat auf den Punkt erntereif (sprich: er fing schon ganz leicht an zu schiessen und die allerersten Blütenansätze waren zu sehen).

Bei den Feuerbohnen galt es, beim Abknipsen der braun verfärbten ausgereiften Schoten acht zu geben, dass man a) sich nicht völlig verzettelt nach dem Motto: „die da noch und da ist ja noch eine, und jene dort ist auch schon fertig“ und b) nicht vom immer noch üppigen Bohnendickicht sprichwörtlich verschluckt wird und nicht mehr rausfindet (also nicht, dass das nicht spannend sein könnte, aber deshalb den Urlaub versäumen? 😉

Beim Ernten des restlichen Asia- und Rucolasalates war dann echtes Fingerspitzengefühl angesagt, um all die prall angeschwollenen Wurzelstückchen und damit potentiellen Krankheitsherde mit zu erwischen … und von den Radieschen standen doch noch mehr in der Reihe, als wir gedacht hatten. Einfach wurde es wieder bei Paprika und Tomaten, hier brauchte man sich ja nur an der Farbe zu orientieren. Die Zucchinis waren ebenfalls schnell gepflückt, da das mühsame Suchen Dank des sich immer mehr lichtenden Blätterwerkes mittlerweile entfällt (hat der blöde Mehltau also auch was Gutes 😉

Und wir haben schon mal die unteren Blätter des Grünkohls geerntet, ehe sie sich gelb verfärben und nur noch zum Mulchen genutzt werden können (Danke auch für diesen Tipp lieber Dieter!).

Dabei machten wir die Bekanntschaft einer neuen Art aus der Kategorie der eher nicht so erwünschten Mitbewohner:

Es ist – trara – die Kohlblattlaus … (da hätte man eigentlich auch ohne Googeln drauf kommen können). Allerdings wüssten wir dann jetzt nicht, dass sie besonders in trockenen warmen Sommer vorkommt (?!) Es ist doch immer wieder zu bemängeln, dass die Insektenwelt nicht auch in unserem Sinne „vernetzt“ und somit offensichtlich völlig ahnungslos ist, wann sie laut Expertenmeinung ihren Auftritt zu haben hat … 😉

Beim Waschen der gekräuselten Blätter stellte wir übrigens zu unserer grossen Freude fest, dass die dicke Mulchschicht unter den Grünkohlpflanzen auch den überaus willkommenen Nebeneffekt hat, dass sie (also die Blätter) komplett überhaupt nicht sandig sind und somit ruckzuck fertig zum Blanchieren. Absolut kein Vergleich zum mühseligen und zeitaufwendigen Reinigen des nicht gemulchten Grünkohls im letzten Jahr … Doch das Verarbeiten kam ja erst später (viel später) am Tag, also zurück auf das sonnige Feld: welche von den leuchtenden Kürbiskugeln soll noch mit?

Und wir hatten Appetit (aber sowas von!) auf Mangold, der ja bisher sträflich selten den Weg auf unsere Teller gefunden hatte …

Aber nicht nur emsiges Arbeiten prägte diesen Tag, auch nette Schwätzchen mit Parzellennachbarn liessen die Zeit wie im Flug vergehen: schwuppdiwwupp warfen die grossen Silberlinden wieder mahnend ihren Schatten aufs Feld, erinnerten uns daran, dass ja zu Hause noch alles zu waschen, blanchieren, einzufrieren und zuzubereiten ist (und das bitteschön auch in der richtigen Reihenfolge 😉

Mit einem besonders langer Blick auf unser immer noch so schmuckes Feld und einer stillen Bitte an all unsere bekannten und neu hinzugekommenen tierischen Mitnutzer, in unserer Abwesenheit nicht allzu gierig zu sein und uns auch noch etwas übrigzulassen, hieß es dann also vorerst Abschied zu nehmen …

Was noch?

Schön war auch wieder ein Gespräch „über den Gartenzaun“ mit zwei netten Damen, die gar nicht müde wurden zu betonen, wie toll sie die Idee der Bauerngärten finden und welche Augenweide die Kreise für die Besucher des Parkes sind … darüber haben wir uns wiederum unheimlich gefreut und somit hatten alle zum Schluss ein breites Lächeln im Gesicht: so einfach ist es manchmal, Freude zu schenken … 🙂

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Erntefest …

Erntefest …

… und wir sind mal nicht im Urlaub! Da konnten sich noch so viele Regenwolken als Ehrengäste eingeladen fühlen (immerhin hatten sie in diesem Jahr das Bewässern der Obstgehölze quasi komplett übernommen) am Freitagabend (8. September 2017) ging es gen Feld, zum Feiern und zum Schlemmen der traditionellen Bauerngarten-Gemüsepfanne. Unser kleiner Beitrag dazu:

Da jeder etwas aus seiner Parzelle beisteuerte und fleissige Gärtnerhände emsig schnippelten, war die XXL-Pfanne schnell gut gefüllt und es schmeckte wirklich einmalig …

Gut war, dass in Pankow die Bauerngarten-Werkstatt spontan zur Küche/Gemeinschaftsraum/Getränkelager umfunktioniert werden konnte, so dass das Zerkleinern des Gemüses wenigstens im Trocknen erfolgen konnte. Und zum Glück pladderte es auch nicht, sondern pieselte nur, war sogar ab und an trocken. Da sass man dann bei Einbruch der Nacht gern um die verschiedenen Feuerchen:

(Ja, es ist schon um acht so dunkel)

Auch wenn uns eine anstrengende Arbeitswoche arg in den Knochen steckte, war es schön, hier und da ein Schwätzchen zu halten, das gemütliche Wuseln zu betrachten. Das hätte bestimmt auch Max gefallen (ganz liebe Grüsse!) der gerade seine Elternzeit – hoffentlich – geniesst 🙂

Später konnten wir sogar einen Blick auf die jetzt schon üppige Ernte der Kürbis- und Kartoffelfelder des Bauerngartenteam werfen (leider keine Fotos, weil: war zu dunkel). Jedes Wochenende sind die fleissigen Helfer im Botanischen Volkspark vor Ort, ernten und verkaufen direkt frisch vom Feld weg … und wem der Weg zu weit ist, hier kann man auch die schmackhaften Kartoffeln und leuchtenden Kürbisse bestellen:

http://www.bauerngarten.net/kartoffeln-und-kuerbisse-bestellen/

Am Samstag (9. September 2017) beschlossen wir nach einem Blick nach draussen (IiihBähBäh-Wetter) ausgiebig zu faulenzen, bastelten am Nachmittag nur aus unsere zum Trocknen überall ausgebreiteten Zwiebel ein paar klein zopfähnliche Gebilde, welche gegen Abend sogar die Sonne hervorlockten:

und wurden dafür mit einem herrlich sonnigen Sonntag (10. September 2017) auf dem Feld belohnt. Richtig schön warm wurde es und zu tun war neben ausgiebigem Ernten auch etliches: eine der von Dieter so liebevoll gepflanzten Sonnenblumen am Zaun war umgefallen (ein wunderbar grosses Exemplar), welche wir in Absprache mit ihm vorsichtig aufgerichtet und am Pfahl festgebunden haben. Und da wir schon mal dabei waren, haben wir vorsichtshalber auch noch ein paar andere „Sonnenriesen“ gesichert …

Unser Tomatenkreis musste ebenfalls kreativ abgestützt werden, hängen die Pflanzen doch immer noch so voll, dass sie sich bedenklich zur Seite neigen, wodurch viele Früchte auf der Erde lagen … eine Astgabel an richtiger Stelle beherzt angebracht, und schon hängt alles wieder in der Luft (und hoffentlich ausser Reichweite unserer gefrässigen Pelzdinger).

Weniger erfreulich aber dafür unabdingbar war das Entfernen fast aller Kohlrabi und Asiasalate aus dem Kreuzblütlerbeet: hallelujah, hatte hier die Kohlhernie wieder zugeschlagen, selbst oberirdisch gut zu erkennen

Schon Schade, aber diese Riesenbatzen möchten wir nun wahrlich nicht aufplatzen lassen … zumal unser bisher so bombig aussehende Grünkohl nur eine Wegesbreite entfernt steht (und der soll sich bitteschön auch weiterhin so fein entfalten können 😉

Mit all diesem Werkeln und Ernten und Aussortieren (gewürzt von etlichen schönen Schwätzchen mit Kreisnachbarn) verging die Zeit auf dem sonnigen Feld wie im Flug … zum Schluss erinnerten uns jedoch die immer länger werdenden Schatten der Silberlinden, dass ja noch alles zu verstauen, nach Hause zu verfrachten und dort zu verarbeiten sei. Also hiess es mal wieder: Tschüss lieber Acker, bis zum nächsten Mal ….

Was noch?

Am Freitag haben wir – trotz der arg ungünstigen Licht- und Wetterbedingungen – noch schnell vorm Feiern das noch nachzureichende Foto des mysteriösen Salat-Versenken-Spieles unserer Pelzdinger gemacht:

Zum Glück, haben doch diese immer zu Schabernack aufgelegten kleinen Biester es bis Sonntag wahrhaftig geschafft, eines der Löcher (und den Salat daneben auch gleich zur Hälfte) durch einen ihrer Erdhügel wieder verschwinden zu lassen. Wie immer können wir ihnen nicht wirklich böse sein … allerdings muss man dazu auch sagen, dass wir unser Gemüse zwar sehr schätzen und geniessen, aber nicht darauf angewiesen sind (wie z.B. Selbstversorger). Insofern sei uns bitte verziehen, dass wir diese kleinen Plagegeister so ins Herz geschlossen haben …

Vergnügter Start in den September …

Vergnügter Start in den September …

Denn wir mussten am Samstag (2. September 2017) auf dem Feld ganz schön kichern, scheinen doch die kleinen Pelzdinger auf unserem winzigen Feldsalatbeet Schiffe Salat versenken zu spielen – oder so – jedenfalls verschwindet ein Salätchen nach dem anderen und anstelle dessen prangt ein schönes kreisrundes Mauseloch:

Bild vom Samstag: fehlt … so gründlich sind die kleinen bepelzten Lausbuben, dass nun sogar das Foto aus sämtlichen Streams verschwunden ist … wird nachgeliefert!!

So lustig wir die Vorstellung von unsere Parzelle als Spielbrett nutzenden Mäuschen auch finden, so haben wir trotzdem unsere letzte Handvoll Möhren aus der Erde geholt, von denen einige auch wieder mit den neckischen Spuren kleiner scharfen Zähnchen versehen waren. Und sind durchaus gespannt, was von unseren bis zum Schluss in der Erde bleibenden Pastinaken dann noch übrig sein wird … Aber an das Ende der Saison mögen wir beide jetzt gar nicht denken.

Dafür schien an diesem Wochenende zu schön die Sonne, und auch die Regenwolken waren uns mehr als wohlgesonnen: am Samstag fing es erst in der Minuten an, so richtig zu pladdern, als wir zu Hause angekommen und die Wäsche grade reingeholt hatten, und am Sonntag schien es überall um uns rum zu regnen, nur da, wo wir waren, war es trocken und spätsommerlich warm …

So haben wir dieses seltene Wetterglück aus vollem Herzen genossen und auch sonst gab es viel Grund zur Freude: die ersten zarten Herbstbohnen sind reif, ebenso der Rucola (der sogar schon zaghaft zu blühen angefangen hat), unser Asiasalat sieht einfach bombastisch aus und schmeckt auch so, von den Feuerbohnen konnten wir die ersten voll ausgereiften Schoten mitnehmen. Tomaten und Zucchini verwöhnen uns unermüdlich mit Leckereien, der Kürbis leuchtet herrlich orange und der Grünkohl sieht im warmen Abendlicht einfach traumhaft aus …

Bei all dieser Farbenpracht um einem herum lässt man doch gern am Feldrand die Seele baumeln, versüsst noch durch ein erfrischendes Stück Käsekuchen vom Café Mint und dem niemals langweilig werdenden Treiben der Bienen und Schmetterlinge, die sich an unserem Blumenbeet und den Kürbisblüten laben. Da sich das Zusammensammeln der Zutaten für den schon lang nicht mehr genossenen Bauerngarteneintopf auch wie von selbst erledigte, blieb noch genügend Zeit für ein ein paar Sonnenblumenstudien:

Ach, es war einfach rundum schön, dieses Wochenende …

Was noch?

Am Samstag zeigten unsere liebe Mitgärtnerin Ilka und ihre entzückende Tochter diesen wunderschönen Gesellen, der es sich zur Zeit in ihrem Zuckerhut wohlgehen lässt:

Ob es wohl dasselbe Heupferdchen ist, welches früher im Jahr in unseren Kartoffelpflanzen residierte?

Vergänglichkeit und Neuanfang …

Vergänglichkeit und Neuanfang …

… beides sieht man zur Zeit auf unserem Feld: da wechseln sich gleich am Rand langsam verblühende Sonnenblumen mit längst verblühten Ringelblumen ab, gesprenkelt mit leuchtenden Blüten der Cosmea. Der Übergang in das durch den Mehltau arg verwüstet aussehende Kürbisbeet …

… ist hier fliessend: einerseits hat es eine der Sonnenblumen genau darauf darniedergestreckt, zu schwer war ihr wohl das Köpfchen geworden. (Dummerweise hat sie dabei auch eine Cosmea unter sich begraben … die wiederum haben wir behutsam wieder aufgerichtet und mit einer Stütze versehen: sie scheint sich von dem Schrecken zu erholen 😉

Anderseits – quasi als Ausgleich – schlängeln sich in der Gegenrichtung neue Kürbistriebe durchs Blumenbeet auf die Kleewiese. Teilweise hangeln sie sich gar an den noch stehenden Sonnenblumen hoch, als wollten sie dadurch dem Mehltau ein Schnippchen schlagen. Dazwischen treibt so manch Calendula neu aus und immer wieder stößt man auf die sich selbst ausgesäten Wildtomate und Physalis.

Gleich neben diesem sich langsam lichtenden Wirrwarr thronen die Zucchinis, selbst betroffen von den mehligen Flecken, die das Kürbislaub dahinraffen, aber unverzagt weiter tragend und blühend. Dann kommt ein Kartoffelfeld: kahl und leer von oben und -hoffentlich – etwas voller unter der Erde 😉

… als nächstes ein Beet, auf dem Spinat, Erbsen, Radieschen und Mairübchen neben den dick eingemulchten Asiasalaten, Kohlrabis und Rucola grüne Linien ziehen, …

… gefolgt von leuchtender Lebenskraft in satten Farben als da wären Grünkohl, Feuer- und Herbstbohnen sowie unser geliebter Mangold …

… so geht es munter weiter und in all diesem Vergehen und Neuanfang hockt unsere unglaubliche Gurke, die auf dem ersten Blick so tot aussieht und doch wächst da unverzagt ein neues Gürkchen, direkt neben seinem schwarz mumifizierten Brüderchen.

Aber wir sind an diesem letzten Wochenende im August nicht nur mit staunenden Augen über unsere Parzelle gewandelt, nein wir haben natürlich auch eifrig geerntet.

Und haben dabei vielleicht ein uns schon seit einiger Zeit beschäftigendes Mysterium ein Stück weit entschlüsselt: wir wundern uns doch schon etwas, warum unsere Möhren dieses Jahr so … nun ja, mickrig sind. Klein und knubblig und beinig (übrigens ein Wort, was wir erst in dieser Saison in unseren aktiven Sprachschatz aufgenommen haben).

Zunächst schoben wir es hauptsächlich auf den festen Boden  (und finden, dass diese Theorie – nennen wir sie mal Theorie 1 – durchaus immer noch ihre Berechtigung hat 😉 Je mehr wir allerdings jetzt Möhren ernten desto mehr fallen uns die feinen Bärte am Fruchtkörper und die kleinen Knötchen an den Wurzeln auf.

So sahen sie noch nie aus … also haben wir mal ein wenig gegoogelt und festgestellt, dass dies klassische Anzeichen für einen Befall mit Nematoden ist, wahrscheinlich – wegen der vielen Knötchen – hauptsächlich mit Wurzelgallenälchen (Meloidogyne hapla). Allerdings könnten durchaus auch noch andere Nematoden ihre imaginären Hände mit im Spiel haben.

Das wäre also Theorie Nummer 2. Die haben wir – relativ stolz – der kleinen, gemütlichen Runde von Mitgärtnern, welche sich am Sonntagnachmittag zufällig so nach und nach für kurze Zeit an unserem Feld zusammenfand, vorgetragen. Allerdings kam kurz danach unser Parzellennachbar mit einer auch arg beinigen und mit Knötchen versehenen Möhre an, an deren Wurzeln sich gerade jede Menge Wurzelläuse (gehören zu den Blattläusen) gütlich taten. Somit haben wir jetzt mittlerweile drei Theorien, von denen jede alleine schon Erklärung genug wäre. Da es nun aber sogar ein Zusammenspiel von allen dreien zu sein scheint, muss man glatt den Hut ziehen, dass wir überhaupt Möhren ernten können, und dass sie – trotz ihres zerzausten Aussehens – so gut schmecken.

Außerdem gibt es durchaus Mittel und Wege, unsere knubbligen Karotten – wenn auch höchstwahrscheinlich erst in der nächsten Saison – wenigstens von zwei der drei Plagen zu befreien: einfach den Weg nicht wieder so unglaublich dicht neben ihnen verlaufen zu lassen … und wenn das aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein sollte, dann eben jedes Mal  auch den Weg ordentlich mit durchhacken. Damit wäre Theorie 1 „abgeha(c)kt“. Weiterhin haben unseren Recherchen gleich das Mittel der Wahl zu Theorie 2 geliefert: Tagetes (Studentenblumen) scheiden spezielle, gegen die wandernden Wurzelnematoden gerichtete Stoffe aus ihren Wurzeln aus.  Keine Ahnung, ob es jetzt noch etwas bringt, aber trotzdem haben wir in die lichter werdenden Karottenreihen und beim so gar nichts gewordenen – wir nennen ihn mal freundlich Bartsellerie – ein paar Tagetessamen ausgestreut. Und haben schon den Kopf voll mit Plänen fürs nächste Jahr, dabei scheint der diesjährige Sommer grad erst loszulegen …

Was noch?

Unsere Pelzdinger sind so herrlich: an einem Tag äußern wir etwas unbedacht, dass es ja schon auch bedenklich ist, wenn nicht mal die Wühlmäuse an die Karotten gehen und schwuppdiwupp finden wir nächsten Tag gleich zwei komplett ausgehöhlte Exemplare (also von Karotten, nicht von Wühlmäusen).

Als hätten sie diese leichtfertige Äußerung so verstanden, dass nun das Buffett für sie eröffnet ist …

Diesmal ein Zweiwochenrückblick …

Diesmal ein Zweiwochenrückblick …

… weil, wir waren zwischendurch kurz mal in der Uckermark und dadurch fehlte schlichtweg die Zeit zum Blogschreiben. Nun aber wird es nachgeholt, war doch am 13. August 2017 der letzte Workshop dieser Saison, traditionell dem Thema Ernte und Lagerung gewidmet. Trotz Urlaubszeit kamen erstaunlich viele Leute, um Theresa's Ausführungen zu lauschen und hie und da mit eigenen Tips zum Haltbarmachen zu ergänzen. Und da waren ja noch die letzten Jungpflanzen dieser Saison in den Beeten unterzubringen. Bei den Kreuzblütern war klar, wo sie zu stehen hatte: das alte Kohlbeet hatte sich ja für ein paar Wochen extra für sie ausruhen dürfen. Dort konnte man auch noch mal Radieschen und Mairübchen aussäen, der Spinat kam neben die sich nun endlich aus der Erde wagenden Erbsen.

Nur beim Salat war es was verzwickter: während der Feldsalat nicht nur ausschließlich auf die freien Stellen der Kartoffelbeete gepflanzt werden konnte, gehörte der Kopfsalat strickt auf das kleine Beet zum Kreisinneren hin gelegen oder zu den Blumen … Da hatten wir wohl was durcheinander gebracht und mussten nochmal umsetzen. Allerdings ist bei den Blumen durch den sich in alle Richtungen ausbreitenden Kürbis partout kein Platz und das innere Beet wurde immer noch vom unglaublich kräftigen Basilikum dominiert … was also tun, wenn wir uns demnächst an Kopfsalat laben wollten? Schlussendlich trennten wir uns vom Basilikum, mit zuerst mittelschweren Herzen, welches allerdings bald erleichtert aufatmen konnte, da zum richtigen Zeitpunkt vorbeikommenden Zaungästen sich sehr über eine Armvoll Basilikum freuten 🙂

Nach all dem Hin- und Herpflanzen sieht es jetzt schon ein wenig arg gestückelt auf unserer Parzelle aus. Allerdings finden wir das nicht weiter schlimm und sehen es lieber als eine mit der Zeit gewachsenen Tradition an, dass sich unser Feld zum Spätsommer hin immer mehr in eine Patchworkdecke verwandelt … 😉

Am darauffolgenden Wochenende widmeten wir uns mit voller Hingabe dem Ernten. Also natürlich erst, nachdem wir am Samstag – bei übrigens angenehmen Temperaturen – die Beikräuter entfernt haben (welche sich mal wieder still und heimlich in verschiedene Beete geschlichen hatten). Auch am Sonntag ging es nicht sofort los, da uns solch ein kräftiger Schauer auf dem Feld begrüsste, dass wir spontan auf dem Absatz umkehrten und zu unseren geliebten Silberlinden flüchteten.

Was für ein Glück, sie in der Nähe zu haben, sind so doch – je nach Bedarf – sowohl Regenschirm als auch Schattenspender … Und nach ein paar lauschigen Minuten unterm schützenden Blätterdach war der "Willkommensgruss" weitergezogen und wir konnten im milden Nachmittagslicht unsere Satteltaschen mit Möhren, Kartoffeln, Kürbis etc. füllen.

Ein Kürbis ging übrigens tags darauf gleich als kleines Dankeschön an Freunde, welche uns am Samstag wieder mit bilderbuchmässigen Waldpilzen beglückt hatten und wird ihnen hoffentlich genauso munden, wie ihre herrlichen Pfifferlinge uns.

Was noch?
kurz vor dem letzten Workshop erzählte uns eine liebe Mitgärtnerin vom Rainfarn, welcher angeblich gut gegen Kartoffelkäferbefall helfen soll und bat uns, ihn beim Workshop als mögliche Ergänzung des Anbauplanes fürs nächste Jahr vorzuschlagen (sie konnte leider nicht am Workshop teilnehmen). Das haben wir natürlich sehr gern getan und sind nun selbst gespannt, ob diese so schön gelbblühende Pflanze in der nächsten Saison unsere Beete schmücken (und schützen!) wird. Das Witzige an der ganzen Sache ist, dass wir die Pflanze als solche zwar durchaus schon mal gesehen hatten, wächst sie doch oft am Wegesrand. Allerdings kannten wir bis dato nicht ihren korrekten Namen … und wie es immer so ist mit solchen Dingen, tauchen sie dann urplötzlich überall auf. Diesmal als Hauptbestandteil einer Bienenweide auf dem Grundstück, wo wir ein paar Tage später eine kurze Auszeit von der Stadt nahmen. Unser Vermieter machten uns nämlich voller Stolz extra auf sie aufmerksam … Ist es nicht einfach schön, wie sich manche Kreise schliessen?

Rezept: Mit Bulgur gefüllte Zucchinitönnchen

Rezept: Mit Bulgur gefüllte Zucchinitönnchen

Bulgurfüllung

  • ca. 200 Gramm Bulgur
  • ca. 400 Milliliter Wasser (oder Gemüsebrühe)
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • Frische Kräuter
  • Creme fraiche
  • Grobkörniger Frischkäse 

Bulgur waschen und mit den restlichen Zutaten kurz aufkochen. Hitze runterschalten und so lange ziehen lassen bis sämtlich Flüssigkeit aufgesogen ist (ca. 10 Minuten). Leicht abkühlen lassen.

Frische Kräuter hinzufügen:

  • Bund Schnittlauch
  • Petersilie 

Eine Packung grobkörnigen Frischkäse und eine halbe Packung Creme fraiche vorsichtig unterheben.


Eine große Zucchini in ungefähr gleich grosse Tönnchen schneiden und diese vorsichtig mit einem Löffel zur Hälfte aushöhlen (das Innere nicht wegwerfen, benötigen wir später noch für die Sauce).


 

Tomatensauce

  • 3 Esslöffel Tomatenmark 
  • 2 TL Harissa (Achtung scharf)
  • 2 Esslöffel klein geschnitten Ingwer
  • 1 Zwiebel

 Tomatenmark in einer Edelstahlpfanne zusammen mit Ingwer und Zwiebeln anbraten …


… (es kann – um nicht zu sagen: es soll – sich ruhig eine dunkle Ablagerung in der Pfanne bilden). Das aufgehobene Innere der Zucchini hinzugeben und ebenfalls leicht anbraten lassen. Wasser hinzugeben und das „Angesetzte“ nun sorgfältig vom Pfannenboden lösen bis die Sauce eine schöne Konsistenz hat. Nun ca. 10 Minuten auf kleiner Flamme garköcheln lassen. 

Hier noch mit etwas Wasser auffüllen


Sauce mit einem Pürierstab durchmixen und zurück in die Pfanne geben.
Zucchinitönnchen

Die ausgehöhlten Tönnchen mit dem fertigen Bulgur füllen und in die Tomatensauce stellen. (Nicht wundern, wenn Ihr nicht alles von dem Bulgursalat in den Zucchinis unterkriegt: der Rest ist als Beilage gedacht) 

Ab in den Ofen, bei 200 Grad für ca. 40 Minuten. Danach den geriebenen Pecorino-Käse drüber geben und für weitere 20 Minuten in den Ofen. (Die Zeitangaben sind nur Hinweiswerte: falls die Zucchinis noch zu fest erscheinen oder der Käse noch zu blass, einfach länger drin lassen) 

Sich dann nicht sofort darauf stürzen, weil zu heiss …;)

So, wo ist nun das Bild vom fertigen Essen? Wir haben uns gleich rauf gestürzt (Aua, heiss) und kein Foto mehr gemacht 🙂

Und natürlich kann man den Bulgursalat durch Hackfleisch ersetzen, wenn man mag … 

Die Beete leeren sich …

Die Beete leeren sich …

… jedoch nur, um Platz für die letzten Anpflanzungen und die nun wirklich allerletzte Aussaat in diesem Jahr zu schaffen. Naja, und bei den Kartoffeln ist nur das Laub weggeschrumpelt, 

Kartoffellaub


… die Knollen schlummern noch in der Erde und entwickeln dabei – hoffentlich – eine feste, zum Einlagern geeignete Schale. Diese Reihen werden also weiterhin so kahl aussehen … Im Gegensatz zum seit ein paar Wochen brachliegenden Kohlfeld: hier ziehen in den nächsten Tagen Asiasalat-, Kohlrabi- und Rucolapflänzchen als neue Mieter ein, Mairübchen und Radieschen werden ausgesät. Damit für alle dann auch genug Platz ist, haben wir die Buschbohnen rausgenommen. Sie haben mehr als ihre Schuldigkeit getan und zudem sind ihr Laub und vor allem ihre Wurzeln wunderbares Mulchmaterial (sehr reich an Stickstoff).

Ja, das Bild ist unscharf. Mulch / Flächenkompost


(Ausserdem hoffen wir, das die benachbarten und sich bisher eher arg zurückhaltend entwickelnden Erbsen nun endlich mehr Licht und dadurch einen schönen Wachstumsschub bekommen). Ein wenig gedüngt haben wir das Beet zudem auch noch: die Neuankömmlinge erwartet also ein fein vorbereitetes kuschliges Zuhause.Von den Alteingesessenen halten uns die Zucchinis weiterhin am meisten in Trab: diesmal sind wir mal nicht unterhalb der Woche zum Zwischenernte gekommen und wurden prompt am Samstag mit mehreren Monstern „belohnt“. Leider kam kein bedürftiger Zaungast vorbei, das Cafe Mint wird mittlerweile von mehreren Bauerngärtner mit Zucchinis versorgt … also war wieder Kreativität beim Kochen angesagt: Rezept: Mit Bulgur gefüllte Zucchinitönnchen

Zuviel sei allerdings schon verraten: es hat wunderbar geschmeckt. Trotzdem haben wir uns zwei Dinge vorgenommen: so riesig lassen wir sie in dieser Saison nicht noch einmal werden und nächstes Jahr gibt es nur eine Zucchinipflanze, basta 😉

Nach der Kochorgie am Samstag (5. August 2017) hatten wir am Sonntag (6. August 2017) herrlich viel Zeit, uns in aller Ruhe um die anderen Beete zu kümmern (weil: Kochen mussten wir an dem Tag nicht mehr, war ja noch mehr als genug da). Bei den Blumen haben wir ein bisschen „aufgeräumt“, die ersten nun auch bei Kürbis und Zucchini mit Mehltau befallenen Blätter entfernt und uns von zwei unserer Auberginenpflanzen getrennt, die eh langsam aber sicher von den Kartoffelkäfern aufgefressen wurden. Gerade so hatten wir es uns nicht vorgestellt mit dem Versuch, diese Eierfrucht bei uns zu etablieren: 

Kartoffelkäfer auf der Aubergine

Kartoffelkäfer auf der Aubergine


Bei unserem nun wohl doch leicht windschief bleibenden Feuerbohnengerüst haben wir vorsichtig die Stützen wieder in eine stabilisierende Position gebracht und uns an den immer länger werdenden Früchten erfreut (leider vergessen, davon Bilder zu machen, werden beim nächsten Mal nachgereicht).

Stangenbohnengerüst

Ist das jetzt grade?


Freuen tun wir uns auch wie Bolle über die Tomaten: entgegen der im letzten Artikel geäusserten Befürchtung, dass sie nun der Braunfäule klein beigeben werden müssen, tragen sie reichlich und sind zudem auch wunderbar rot geworden (Am Sonntag meinte eine am Zaun vorbeischlendernde Frau zu ihrem Mann: „nun schau Dir doch mal diese Tomaten an!“ Das hat in all den Jahren noch nie jemand zu unseren Tomaten gesagt, jedenfalls nicht mit solcher Ehrfurcht in der Stimme 😉 


Kein Regen trieb uns vom Feld, es war angenehm warm (von der Sonne musste nur einer von uns eine kleine Auszeit im Schatten nehmen), liebe Mitgärtner waren zum Schwätzchen auch da, viel geschafft haben wir trotzdem: was für ein herrlicher Tag … 


Was noch?
Am Samstag haben wir endlich mal wieder unsere liebe Mitgärtnerin Rebekka getroffen, die zum Mysterium des bei vielen fast weggeknabberten Grünkohls den Übeltäter benennen konnte: wieder eine Taube tat sich daran gütlich und liess sich selbst durch wildes Winken und in-die-Hände-Klatschen nicht so leicht verscheuchen. Sie sind schon manchmal ziemlich dreist diese Täubchen mit dem ausgefallenen Geschmack … 

Bauerngarten Pankow im August 2017

Bauerngarten Pankow im August 2017