Und hastenichtgesehen …

Und hastenichtgesehen …

… war auf einmal richtig offiziell Sommer, war Eröffnung des Weltackers, langer Tag der Stadtnatur und Workshop (das alles an einem Tag!) und kein Blogheinzelmännchen hat sich um den Artikel gekümmert … und auch in den Wochen danach: kein kleiner Helfer, der vom rasanten Wachsen unserer Pflanzen, der unerwarteten Freude, an einem Sonntag mal endlich im strömenden Regen auf dem Feld sein zu können und dem nächsten Workshop berichtet hätte … also reichen wir es jetzt selber in kompakter Form nach.

Da wäre zunächst der höchst informative Workshop zu den Grundbegriffen der ökologischen Landwirtschaft, an dem auch etliche Gäste im Rahmen des langen Tages der Stadtnatur teilnahmen. Im Schatten eines der Kirschbäume – der (natürlich artgerecht)zu einer Schautafel umfunktioniert wurde – lauschten wir Phillip und Theresa. Spannend war es, z.B. über die konservierende Bodenbearbeitung zu erfahren, bei der Stickstoff über den Winter in Pflanzen (Winterroggen) konserviert wird und in Frühjahr dann als Mulch wieder dem Boden zurückgegeben wird (man möge uns diese arg verkürzte Fassung nachsehen).

Workshop im bauerngarten

Viele Fragen gab es auch zur Vermarktung, zum Für und Wider des sich immer stärker etablierenden Angebotes von „Bioartikeln“ usw., auf die beide äusserst geduldig und mit grossem Fachwissen eingingen. (Auch hier bitten wir um Nachsicht, dass wir nicht en Detail alles davon wiedergeben: es ist ein echt komplexes Thema …) Danach gab es noch den obligatorischen Rundgang über die Parzelle, bei dem die zu der Zeit noch hochschwangere Theresa unsere Tomaten

– auf ausdrücklichen Wunsch unsererseits – beherzt beschnitten ausgegeizt hat.

Irgendwann kriegen wir das auch mal gleich von Anfang an richtig hin, dass sich nicht immer zwei – oder drei oder vier – starke Seitentriebe reinschummeln und unsere Pflanzen schön grade nach oben und nicht buschig gebückt nach allen Seiten wachsen 😉

Das nächste Highlight der vergangenen Wochen war dann wirklich und wahrhaftig ein total komplett verregneter Sonntag, an dem wir in voller Regenmonteur zu unserem Feld stapften und dort von unglaublich strotzenden Pflanzen empfangen wurden: mit allen Fasern schienen sie das Nass aufzusaugen. Sie fühlten sich alle so offensichtlich pudelwohl und strahlten so eine Zufriedenheit aus, dass auch wir nur grinsen konnten: selten hat das Werkeln auf dem Feld im strömenden Regen so viel Spass gemacht wie an diesem Tag …

Der nächste Workshop fand dann wieder bei strahlendem Sonnenschein statt: in kleiner fast familiärer Runde – selbst eine Wühlmaus steckte neugierig ihr Köpfchen aus einem Loch – sassen wir am Rande unserer Parzelle und sprachen über die Herbstaussaat (tja, es ist schon wieder soweit …)

Bohnen und Erbsen gibt es, Koriander und Dill auch. Da die Erbsen auch dies Jahr schnell anfangen zu schwächeln, haben wir nur Bohnen und Dill ausgesät: dafür reichte dann auch der frei gewordene Platz. Mit dem Ernten kommen wir nämlich mal wieder kaum hinterher: 2 Fenchel stehen noch da, einige Salatköpfe halten noch tapfer die Stellung in dem überbordenden Kürbisfeld …

… von den Buschbohnen können wir jetzt auch alle paar Tage eine ordentliche Portion mitnehmen (und endlich unser Bilderbuchbohnenkraut verwenden).

Ernte …

Bohnenkraut, so schön wie noch nie.

Eine erste von unseren Kartoffelpflanzen – die wunderbarerweise mittlerweile komplett kartoffelkäferfrei sind – hatte Max beim Workshop ausgegraben: hmm, waren die lecker …

Kartoffel-Dschungel (17.06.2018)

Dann war ja noch die Deadline für das zweite Kohlbeet: alle Mairübchen mussten raus und der eine Kohlkopf, der allen Widrigkeiten zum Trotz doch noch rund und fest und gross geworden ist.

Bei ihm konnten wir auch wieder feststellen, dass Schädlingsbefall – hier speziell vom Kohlweissling – nicht unbedingt einen Komplettausfall bei der Ernte bedeutet. Eine Zeitlang haben die Raupen sich wohl an ihm gütlich getan, sich dann aber auch brav wieder zurückgezogen, so dass wir zum Schluss einen schönen festen und ergiebigen Kopf in den Händen hielten. Es reicht eben oft für alle …:)

Was allerdings langsam nicht mehr so ganz reicht – jedenfalls nicht für alle Beete – ist bei der andauernden Trockenheit die Beregnung aus der Kreismitte. Die beiden äusseren bekommen bei ungünstigem Wind oft nicht allzuviel ab … bisher halten sie sich tapfer, aber auch wir sind jetzt dazu übergegangen, sie wenigstens am Wochenende zu wässern (dann aber ordentlich). Doch nicht nur wir haben mit der Trockenheit zu kämpfen: überall in der Stadt sind die Freiflächen mittlerweile total verbrannt und die Platanen werfen schon ihre Rinde ab (was sich ziemlich krass anhört): das haben wir so noch nie beobachtet. Nicht nur als Gärtner hoffen wir also auf den für die nächsten Tage angekündigten Regen … mal sehen, ob wir es schaffen, vorher noch diesen Artikel zu posten 😉

[ +++ Live Ticker +++ 10.07.2018, 20:15 Uhr … der angekündigte Regen ist bis jetzt in Berlin ausgeblieben +++ ]

Was noch:

Die Ferienzeit hat begonnen: die Stadt ist was leerer geworden und an unserem Lieblingseisladen ist keine Schlange mehr 😉 … und wir müssen uns mittlerweile einen Plan machen, bei welchem Parzellennachbarn wir wann als Urlaubsvertretung einspringen … machen wir sehr gerne, nur wird es langsam zu einer Herausforderung, all die Zucchinis, die unbedingt geerntet werden wollen, irgendwie an Freunde und Arbeitskollegen zu verteilen, ohne dabei allzu verzweifelt zu wirken … 😉

Der Eimer ist voll!

Was noch noch?

Rückblicke

Bauerngarten 16.06.2018

Bauerngarten 23.06.2018

Bauerngarten 01.07.2018

Bauerngarten 07.07.2018

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Erfrischungen vom und auf dem Feld ….

Erfrischungen vom und auf dem Feld ….

gab es am letzten Wochenende (26./27.5.2018):  da wären zum einen knackige Salatköpfe und Radieschen für uns, fruchtige Holunderblüten, die schlichtes Wasser in ein wahrhaft köstliches Getränk verwandeln und zum anderen ein kleiner Platzregen mit Donnergrollen für die Pflanzen … und wir waren wieder live dabei!

Zugegeben, in den letzten Jahren wäre so eine Dusche während der Feldarbeit im Mai nicht besonders erwähnenswert gewesen, aber dies Jahr scheint die Sonne ununterbrochen scheinen zu wollen 😉 Eine Freude für den Menschen und ein bisschen anstrengend für die Pflänzchen. Trotz regelmässiger nächtlicher Bewässerung wirkten sie bei unseren Wochenendbesuchen in letzter Zeit doch ein wenig ermattet …. wie auch wir momentan in der Sonne zum Erschlaffen neigen und allgemein eher im Slowmodus sind.

So auch am besagten Sonntag: zuerst lesend unterm Baum den Schatten von ein paar Wolken für das Werkeln auf der Parzelle abwartend, dann gemütlich die letzten paar Meter zum Feld radelnd … und dieses dann nach kurzer Zeit eher fluchtartig wieder verlassend: Das war wirklich ein Wolkenbruch, was da runter kam. So standen wir nun zum ersten Mal in dieser Saison unter unseren Linden und schauten in den Regenvorhang … war ja auch sehr schön anzusehen:

… und nach einer guten Viertelstunde war auch das Gröbste vorbei. Also zurück aufs Feld und gemütlich Weiterernten …

Zeitdruck hatten wir eh nicht: durch die dicke Mulchschicht auf den meisten Beeten ist das Hacken der übrigen Beete jedesmal ruckzuck getan, Jäten geht auch schnell …

… und ernten sowieso (am längsten hierbei dauert immer die Entscheidung, welcher von den üppigen Salaten diesmal mit darf ..).

Daher sind wir dieses Jahr sogar mal dazu gekommen, unser Blumenbeet richtig zu pflegen! Und wurden prompt von mehreren Seiten direkt darauf angesprochen … sooo schlimm sah es doch in den Jahren davor gar nicht aus, daß es nun fast jedem auffällt?! Mit dem Vereinzeln auf den anderen Beeten sind wir auch erstmal auf Stand.

Was jedoch leider auch dieses Jahr jedes Mal vonnöten ist: das Absuchen der Kartoffelpflanzen nach unliebsamen Larven und Eier der schwarzgelben Käfer, die nun ebenfalls die Saison eröffnet haben … Allerdings behandeln wir die Blätter diesmal gleichzeitig mit einem Tee aus Rainfarn und Wermut. Soll sie (also die Kartoffelkäfer und ihre Nachkommen) angeblich vergraulen und dabei noch die Pflanze an sich stärken. Wir haben keinen blassen Schimmer, ob es wirklich daran liegt oder ob wir schlichtweg Glück haben, aber bis jetzt hält sich der Befall bei uns auch noch in Grenzen … mal schauen, wie lange noch.

Alles andere wächst fröhlich vor sich, die Stangen- und Feuerbohnen sind fein aufgegangen. Selbst die umgepflanzte Rote Bete fängt sich langsam:

Unsere Zwiebeln scheinen den ersten Schock vom Befall der Lilienhähnchen abgeschüttelt zu haben und ihr Lauch sieht langsam wieder was gesünder aus .. Die Zucchinis scheinen entweder übereifrig oder doch auch durch das Wetter ein wenig gestreßt zu sein, jedenfalls hatten wir jetzt schon die ersten kleinen Früchtchen in der Hand:

Wir sind so dermassen im Slowmodus, dass mittlerweile schon wieder eine Woche vergangen ist und wir gleich nahtlos vom Workshop am 2.6.2016 berichten können: Phillip und Max haben vor einem kleinen aber feinen Kreis sehr interessant und anschaulich über Pflanzengesundheit und Erntetechnik berichtet.

Wobei der Schwerpunkt definitiv auf Pflanzengesundheit lag. Was konkret bedeutet, dass über all die kleinen unerwünschten Mitesser und Krankheiten gesprochen wurden, die sich bisher – begünstigt durch das trockene und heisse Wetter – gezeigt haben. Doch darüber haben wir schon oft geschrieben …

Unterhaltsamer war, was Phillip über den ökologischen Landbau erzählte. Das zum Beispiel durch Vielfalt im Anbau eventuelle Ausfälle bei einzelnen Pflanzensorten aufgefangen werden können, das die Kohlhernie nicht nur bei uns im Bauerngarten nervt, sondern durch den massiven Anbau von Raps (ebenfalls ein Kreuzblütler und in viel zu kurzen Zeitabständen immer wieder auf den gleichen Stellen angebaut) in Norddeutschland dort mittlerweile ebenfalls so grosse Probleme macht, dass es in bestimmten Gebieten quasi ein Anbauverbot gibt.

Und das beim ökologischen Anbau in erster Linie versucht wird, präventiv Verlusten durch Krankheiten und Schädlingsbefall vorzubeugen. Eben durch strikte Einhaltung der Fruchtfolge, genaue Planung von Düngung und Aussaat, Auswahl von eher resistenten als megaertragreichen Pflanzensorten und dergleichen mehr. Dazu gehört auch, dass man versucht, schneller als Krankheiten und Schädlingen zu sein. Sprich: bevor diese grössere Schäden anrichten können, ist man schon eifrig am Ernten … 😉

Wir fanden es sehr spannend, mal alles im etwas grösseren Zusammenhang erklärt zu bekommen – auch wenn durch das schwülheisse Wetter (wo blieb bitte das durch den Wetterdienst versprochene Gewitter?!) die Konzentrationsfähigkeit schon etwas auf die Probe gestellt wurde. Was Schönes noch zum Schluss: laut Phillip sind die Kartoffelpflanzen im Bauerngarten viel weiter in Wachstum und Laubbildung als überall sonst in Deutschland (er kam in letzter Zeit viel rum). Dies Jahr wurden sie bei uns offensichtlich auf den Punkt genau zum richtigen Zeitpunkt in die Erde gebracht, so dass sie das unerwartet schöne Frühlingswetter voll nutzen konnten, um jetzt so stark und schön bei uns in den Reihen zu stehen … 🙂

Was noch?

Der Weltacker ist diesmal im Botanischen Volkspark zu Gast und dadurch unser neuer Nachbar. Wir hatten ihn im letzten Jahr quasi “fertig angelegt” auf der IGA in den Gärten der Welt besucht und finden es nun wirklich spannend, jetzt richtig schön beobachten zu können, wie er sich so Stück für Stück entwickelt …

Eigentlich sind wir schon eifrig am gärtnern …

Eigentlich sind wir schon eifrig am gärtnern …

aber offensichtlich musste erst der Regen kommen, damit wir wieder anfangen, von unserem Feld zu berichten: davor war das Wetter einfach unverschämt schön und sonnig, wer hat da Zeit zum Schreiben im stillen Kämmerlein… 😉

Aber am Dienstag, 15.5.2018 war es dann soweit: bei wahrhaft strömenden Regen wurden die Jungpflanzen in die Erde gebracht (immerhin sparte man dabei das Wasserschleppen zum Angiessen 😉 und es war erstaunlich schön (auf den Bildern allerdings schlecht zu erkennen, grenzte es eh an ein kleines Wunder, dass das Handy beim Fotografieren nicht schlichtweg absoff).

Neben einer einzigartigen Stimmung wurde man noch mit leisen wohligen Seufzern der Pflanzen ringsrum beglückt: allzu lange war es regenfrei geblieben die Erde so trotz Bewässerung ziemlich ausgetrocknet. So reckten und räkelten sich nun Salate & Co förmlich im erfrischenden Nass: das war fast ansteckend …

Allerfeinstes Mulchmaterial wartet auch am Zaun darauf, auf den Beeten verteilt zu werden. Damit zog sich Das-nur-schnell-die-Pflanzen-in-die-Erde-bringen doch wieder bis weit nach acht hin.

Zum Glück hatten wir an Himmelfahrt und dem darauffolgenden Wochenende gute Vorarbeit geleistet. Nach unserem traditionellen Urlaub in der ersten Maiwoche waren die Beete bei dem frühsommerlichen Wetter fröhlich zugewuchert, da kamen schon ein paar Stunden Hacken und Jäten zusammen. Aber Spass hat es gemacht! (Auch wenn unsere Beine das gar nicht so fanden und arg muskelkaterten). Und es ist fast der schiere Wahnsinn, wie weit schon alles ist: die Kartoffeln waren um diese Zeit noch nie so gross (leider traten bisher auch die Kartoffelkäfer auch noch nie so früh auf den Plan);

der Spinat ist schon verspeist und auch die Salatköpfe sind in genau der richtigen Erntegrösse: was für ein Start in die Saison!

Aber was wäre ein Start in die Saison (der wievielte eigentlich? Kurz nachblätter … ah: der sechste ist es schon!), also was wäre so ein Start, ohne daß sich gleich die ersten Sorgenkinder melden? Da wäre zum Beispiel der Kohl, bei dem sich so peu à peu eine Pflanze nach der anderen verabschiedet …

… und neu in diesem Jahr: das Lilienhähnchen. Ein an sich richtig hübscher roter Käfer mit nicht ganz so ansehnlichen Larven:

(leider etwas unscharf, aber glaubt uns: diese kleinen Vielfasse werden auch mit besserer Bildqualität nicht fotogener …)

… die sich an unserem Zwiebellauch und auch am Schnittlauch und Lauch gütlich tun. Auch hier hilft wieder nur absammeln … und hoffen, dass es sich irgendwann wieder „verwächst“.

Bei unserer umgepflanzten Rote Bete ist diese Hoffnung jedoch wahrscheinlich nicht so ganz berechtigt:

Der Mangold hingegen entwickelt sich prächtig und dieses Jahr haben wir unser Schild auch mal genau an der richtigen Stelle platziert:

und natürlich haben wir schon gebaut: nach dem Versuch mit einem gekauften Bohnengerüst im letzten Jahr sind wir wieder zu unserer geliebten Dreistockkonstruktion zurückgekehrt:

da können die Feuer- und Stangenbohnen nach Herzenslust hochranken und wir später im Jahr fröhlich abstützen und nachbessern … 😉

Was noch?

Beim Nachblättern und Überfliegen der bisherigen Post‘s haben wir festgestellt, dass sich doch so einiges wiederholt und werden es diese Saison bei eher sporadischen Berichten von unserer Feldarbeit belassen, auch wenn wir wieder (fast) jedes Wochenende auf unserem kleinen Stückchen Feld verbringen werden und uns schon unheimlich darauf freuen …

Wer hätte das gedacht?

Wer hätte das gedacht?

… das wir nach zwei Wochen Sonne satt und Rumtollen im Atlantik erstmal ein leichten Kälteschock bei der Heimkehr erleidet, damit hatten wir gerechnet.

Nicht aber mit dem herrlichen Sommertag, mit dem uns am Sonntag (15. Oktober 2017) unser liebes Feld empfing … ein Empfang ganz nach unserem Geschmack. Und das war nicht die einzige freudige Überraschung, hatte doch am Samstag (14. Oktober 2017) schon einer von uns bei einer allerersten Stippvisite (der andere kühlte währenddessen noch zu Hause seinen kranken Zahn, daher waren wir da nicht zu zweit) mit nicht geringem Stolz festgestellt, dass unser einmaliges Feuerbohnengerüst mal wieder die kühnsten Erwartungen übertroffen hat und immer noch steht! Und das nach diesem starken Orkan am 5.10.2017, von dessen Auswirkungen wir selbst im fernen Portugal gelesen hatten … Zwar wirkt es etwas angeschlagen und möglicherweise halten mittlerweile die Bohnen eher das Gerüst als umgekehrt, aber nichtsdestotrotz hat es den starken Böen standgehalten!

Und hängt zudem voller Früchte: ausgereift oder auf den Weg dahin .. Auch sonst halten sich die Sturmschäden bei uns arg in Grenzen: der Grünkohl hat sich leicht auf die Seite gelegt, auch eine Paprika hat etwas Schlagseite bekommen und die Sonnenblumen hat es leider komplett entschärft … dies allerdings auch kreisübergreifend. Das von dem Kürbis-, Zucchini- und Tomatenlaub mittlerweile nun komplett gar nix mehr da ist, dies hat nun allerdings wenig mit dem Orkan zu tun …

Dafür lagen noch alle Kürbisse fröhlich orange leuchtend – oder verhalten grün/weiss schimmernd – da, auf das sie nun endlich geerntet werden. Und wie nicht anders zu erwarten, hatten sich auch noch zwei Zucchinis in all dem Gestrüpp versteckt: die treuen Seelen die …

Unsere “Herbst”rübchen sind ordentlich dick und rund geworden und schmecken so cremig-pikant wie ihre Maiverwandten …

… nur eines hat eine etwas merkwürdige Geschwulst, als wäre dort etwas geschlüpft … doch was auch immer das gewesen sein mag, wir haben nix Passendes in der Nähe rumlungern sehen.

Unser ach so zarter Dill hat ebenfalls einen beachtlichen Wachstumsschub hingelegt und riecht einfach himmlisch …

Überhaupt hat unser auf den ersten Blick vielleicht doch etwas arg gerupft wirkendes Feld noch erstaunlich viel zu bieten: üppige Salatköpfe und aromatischen Feldsalat, Erbsen und Herbstbohnen, nachgewachsenen Spinat und natürlich unseren im warmen Herbstlicht geradezu strahlenden Mangold.

Dazu kommen noch die in der Erde schlummernden Kartoffeln und nicht zu vergessen die Pastinaken … somit werden wir die noch verbleibenden Wochenenden bis zum Resteplündern mit eifrigen Ernten verbringen und freuen uns schon darauf …

Was noch?

Auch wenn es am Sonntag so herrlich warm und sonnig warm: es ist unweigerlich Herbst, wie ein riesengrosser Gänseschwarm am Samstag eindringlich zeigte: Tschüss ihr lieben Schreihälse, habt eine gute Reise und kommt bald wieder …

… eine gute Reise wünschen wir auch unserer lieben Mitgärtnerin Marina und ihrer Familie, die sich so fein um unsere Parzelle gekümmert haben: habt einen wunderbaren Urlaub und ganz lieben Dank nochmal für alles!

Vielleicht …

Vielleicht …

… war es ja der letzte sommerliche Tag am Feld in diesem Jahr für uns, dieser wunderbar sonnige Sonntag (17. September 2017) … zumindest war es unser letzter Besuch dort für die nächste Zeit, ist doch der langersehnten Urlaub endlich in greifbare Nähe gerückt.

Da hiess es, vorm Werkeln gut zu überlegen und abzuwägen: was sollte/musste unbedingt jetzt raus, was kann noch weiter die Beete schmücken, was können wir dem Feld noch Gutes tun … Das alles natürlich – wie sollte es anders sein – leicht übermüdet nach einer viel zu kurzen Nacht (die wir grösstenteils um eine Feuerschale geschart mit lieben Freunden verbracht hatten). Wenigstens waren wir aus einem schönen Grund etwas groggy und noch nicht ganz auf der Höhe, als wir bei unserer Parzelle ankamen … doch wie immer luden sich beim Rumwuseln auf den Beeten so ganz nebenbei auch die leeren Krafttanks wieder auf, so dass wir von Handgriff zu Handgriff munterer wurden. Dies war mehr als willkommen, denn von denen (also den Handgriffen) waren eine Menge nötig: so war der Spinat auf den Punkt erntereif (sprich: er fing schon ganz leicht an zu schiessen und die allerersten Blütenansätze waren zu sehen).

Bei den Feuerbohnen galt es, beim Abknipsen der braun verfärbten ausgereiften Schoten acht zu geben, dass man a) sich nicht völlig verzettelt nach dem Motto: „die da noch und da ist ja noch eine, und jene dort ist auch schon fertig“ und b) nicht vom immer noch üppigen Bohnendickicht sprichwörtlich verschluckt wird und nicht mehr rausfindet (also nicht, dass das nicht spannend sein könnte, aber deshalb den Urlaub versäumen? 😉

Beim Ernten des restlichen Asia- und Rucolasalates war dann echtes Fingerspitzengefühl angesagt, um all die prall angeschwollenen Wurzelstückchen und damit potentiellen Krankheitsherde mit zu erwischen … und von den Radieschen standen doch noch mehr in der Reihe, als wir gedacht hatten. Einfach wurde es wieder bei Paprika und Tomaten, hier brauchte man sich ja nur an der Farbe zu orientieren. Die Zucchinis waren ebenfalls schnell gepflückt, da das mühsame Suchen Dank des sich immer mehr lichtenden Blätterwerkes mittlerweile entfällt (hat der blöde Mehltau also auch was Gutes 😉

Und wir haben schon mal die unteren Blätter des Grünkohls geerntet, ehe sie sich gelb verfärben und nur noch zum Mulchen genutzt werden können (Danke auch für diesen Tipp lieber Dieter!).

Dabei machten wir die Bekanntschaft einer neuen Art aus der Kategorie der eher nicht so erwünschten Mitbewohner:

Es ist – trara – die Kohlblattlaus … (da hätte man eigentlich auch ohne Googeln drauf kommen können). Allerdings wüssten wir dann jetzt nicht, dass sie besonders in trockenen warmen Sommer vorkommt (?!) Es ist doch immer wieder zu bemängeln, dass die Insektenwelt nicht auch in unserem Sinne „vernetzt“ und somit offensichtlich völlig ahnungslos ist, wann sie laut Expertenmeinung ihren Auftritt zu haben hat … 😉

Beim Waschen der gekräuselten Blätter stellte wir übrigens zu unserer grossen Freude fest, dass die dicke Mulchschicht unter den Grünkohlpflanzen auch den überaus willkommenen Nebeneffekt hat, dass sie (also die Blätter) komplett überhaupt nicht sandig sind und somit ruckzuck fertig zum Blanchieren. Absolut kein Vergleich zum mühseligen und zeitaufwendigen Reinigen des nicht gemulchten Grünkohls im letzten Jahr … Doch das Verarbeiten kam ja erst später (viel später) am Tag, also zurück auf das sonnige Feld: welche von den leuchtenden Kürbiskugeln soll noch mit?

Und wir hatten Appetit (aber sowas von!) auf Mangold, der ja bisher sträflich selten den Weg auf unsere Teller gefunden hatte …

Aber nicht nur emsiges Arbeiten prägte diesen Tag, auch nette Schwätzchen mit Parzellennachbarn liessen die Zeit wie im Flug vergehen: schwuppdiwwupp warfen die grossen Silberlinden wieder mahnend ihren Schatten aufs Feld, erinnerten uns daran, dass ja zu Hause noch alles zu waschen, blanchieren, einzufrieren und zuzubereiten ist (und das bitteschön auch in der richtigen Reihenfolge 😉

Mit einem besonders langer Blick auf unser immer noch so schmuckes Feld und einer stillen Bitte an all unsere bekannten und neu hinzugekommenen tierischen Mitnutzer, in unserer Abwesenheit nicht allzu gierig zu sein und uns auch noch etwas übrigzulassen, hieß es dann also vorerst Abschied zu nehmen …

Was noch?

Schön war auch wieder ein Gespräch „über den Gartenzaun“ mit zwei netten Damen, die gar nicht müde wurden zu betonen, wie toll sie die Idee der Bauerngärten finden und welche Augenweide die Kreise für die Besucher des Parkes sind … darüber haben wir uns wiederum unheimlich gefreut und somit hatten alle zum Schluss ein breites Lächeln im Gesicht: so einfach ist es manchmal, Freude zu schenken … 🙂

Erntefest …

Erntefest …

… und wir sind mal nicht im Urlaub! Da konnten sich noch so viele Regenwolken als Ehrengäste eingeladen fühlen (immerhin hatten sie in diesem Jahr das Bewässern der Obstgehölze quasi komplett übernommen) am Freitagabend (8. September 2017) ging es gen Feld, zum Feiern und zum Schlemmen der traditionellen Bauerngarten-Gemüsepfanne. Unser kleiner Beitrag dazu:

Da jeder etwas aus seiner Parzelle beisteuerte und fleissige Gärtnerhände emsig schnippelten, war die XXL-Pfanne schnell gut gefüllt und es schmeckte wirklich einmalig …

Gut war, dass in Pankow die Bauerngarten-Werkstatt spontan zur Küche/Gemeinschaftsraum/Getränkelager umfunktioniert werden konnte, so dass das Zerkleinern des Gemüses wenigstens im Trocknen erfolgen konnte. Und zum Glück pladderte es auch nicht, sondern pieselte nur, war sogar ab und an trocken. Da sass man dann bei Einbruch der Nacht gern um die verschiedenen Feuerchen:

(Ja, es ist schon um acht so dunkel)

Auch wenn uns eine anstrengende Arbeitswoche arg in den Knochen steckte, war es schön, hier und da ein Schwätzchen zu halten, das gemütliche Wuseln zu betrachten. Das hätte bestimmt auch Max gefallen (ganz liebe Grüsse!) der gerade seine Elternzeit – hoffentlich – geniesst 🙂

Später konnten wir sogar einen Blick auf die jetzt schon üppige Ernte der Kürbis- und Kartoffelfelder des Bauerngartenteam werfen (leider keine Fotos, weil: war zu dunkel). Jedes Wochenende sind die fleissigen Helfer im Botanischen Volkspark vor Ort, ernten und verkaufen direkt frisch vom Feld weg … und wem der Weg zu weit ist, hier kann man auch die schmackhaften Kartoffeln und leuchtenden Kürbisse bestellen:

http://www.bauerngarten.net/kartoffeln-und-kuerbisse-bestellen/

Am Samstag (9. September 2017) beschlossen wir nach einem Blick nach draussen (IiihBähBäh-Wetter) ausgiebig zu faulenzen, bastelten am Nachmittag nur aus unsere zum Trocknen überall ausgebreiteten Zwiebel ein paar klein zopfähnliche Gebilde, welche gegen Abend sogar die Sonne hervorlockten:

und wurden dafür mit einem herrlich sonnigen Sonntag (10. September 2017) auf dem Feld belohnt. Richtig schön warm wurde es und zu tun war neben ausgiebigem Ernten auch etliches: eine der von Dieter so liebevoll gepflanzten Sonnenblumen am Zaun war umgefallen (ein wunderbar grosses Exemplar), welche wir in Absprache mit ihm vorsichtig aufgerichtet und am Pfahl festgebunden haben. Und da wir schon mal dabei waren, haben wir vorsichtshalber auch noch ein paar andere „Sonnenriesen“ gesichert …

Unser Tomatenkreis musste ebenfalls kreativ abgestützt werden, hängen die Pflanzen doch immer noch so voll, dass sie sich bedenklich zur Seite neigen, wodurch viele Früchte auf der Erde lagen … eine Astgabel an richtiger Stelle beherzt angebracht, und schon hängt alles wieder in der Luft (und hoffentlich ausser Reichweite unserer gefrässigen Pelzdinger).

Weniger erfreulich aber dafür unabdingbar war das Entfernen fast aller Kohlrabi und Asiasalate aus dem Kreuzblütlerbeet: hallelujah, hatte hier die Kohlhernie wieder zugeschlagen, selbst oberirdisch gut zu erkennen

Schon Schade, aber diese Riesenbatzen möchten wir nun wahrlich nicht aufplatzen lassen … zumal unser bisher so bombig aussehende Grünkohl nur eine Wegesbreite entfernt steht (und der soll sich bitteschön auch weiterhin so fein entfalten können 😉

Mit all diesem Werkeln und Ernten und Aussortieren (gewürzt von etlichen schönen Schwätzchen mit Kreisnachbarn) verging die Zeit auf dem sonnigen Feld wie im Flug … zum Schluss erinnerten uns jedoch die immer länger werdenden Schatten der Silberlinden, dass ja noch alles zu verstauen, nach Hause zu verfrachten und dort zu verarbeiten sei. Also hiess es mal wieder: Tschüss lieber Acker, bis zum nächsten Mal ….

Was noch?

Am Freitag haben wir – trotz der arg ungünstigen Licht- und Wetterbedingungen – noch schnell vorm Feiern das noch nachzureichende Foto des mysteriösen Salat-Versenken-Spieles unserer Pelzdinger gemacht:

Zum Glück, haben doch diese immer zu Schabernack aufgelegten kleinen Biester es bis Sonntag wahrhaftig geschafft, eines der Löcher (und den Salat daneben auch gleich zur Hälfte) durch einen ihrer Erdhügel wieder verschwinden zu lassen. Wie immer können wir ihnen nicht wirklich böse sein … allerdings muss man dazu auch sagen, dass wir unser Gemüse zwar sehr schätzen und geniessen, aber nicht darauf angewiesen sind (wie z.B. Selbstversorger). Insofern sei uns bitte verziehen, dass wir diese kleinen Plagegeister so ins Herz geschlossen haben …

Vergnügter Start in den September …

Vergnügter Start in den September …

Denn wir mussten am Samstag (2. September 2017) auf dem Feld ganz schön kichern, scheinen doch die kleinen Pelzdinger auf unserem winzigen Feldsalatbeet Schiffe Salat versenken zu spielen – oder so – jedenfalls verschwindet ein Salätchen nach dem anderen und anstelle dessen prangt ein schönes kreisrundes Mauseloch:

Bild vom Samstag: fehlt … so gründlich sind die kleinen bepelzten Lausbuben, dass nun sogar das Foto aus sämtlichen Streams verschwunden ist … wird nachgeliefert!!

So lustig wir die Vorstellung von unsere Parzelle als Spielbrett nutzenden Mäuschen auch finden, so haben wir trotzdem unsere letzte Handvoll Möhren aus der Erde geholt, von denen einige auch wieder mit den neckischen Spuren kleiner scharfen Zähnchen versehen waren. Und sind durchaus gespannt, was von unseren bis zum Schluss in der Erde bleibenden Pastinaken dann noch übrig sein wird … Aber an das Ende der Saison mögen wir beide jetzt gar nicht denken.

Dafür schien an diesem Wochenende zu schön die Sonne, und auch die Regenwolken waren uns mehr als wohlgesonnen: am Samstag fing es erst in der Minuten an, so richtig zu pladdern, als wir zu Hause angekommen und die Wäsche grade reingeholt hatten, und am Sonntag schien es überall um uns rum zu regnen, nur da, wo wir waren, war es trocken und spätsommerlich warm …

So haben wir dieses seltene Wetterglück aus vollem Herzen genossen und auch sonst gab es viel Grund zur Freude: die ersten zarten Herbstbohnen sind reif, ebenso der Rucola (der sogar schon zaghaft zu blühen angefangen hat), unser Asiasalat sieht einfach bombastisch aus und schmeckt auch so, von den Feuerbohnen konnten wir die ersten voll ausgereiften Schoten mitnehmen. Tomaten und Zucchini verwöhnen uns unermüdlich mit Leckereien, der Kürbis leuchtet herrlich orange und der Grünkohl sieht im warmen Abendlicht einfach traumhaft aus …

Bei all dieser Farbenpracht um einem herum lässt man doch gern am Feldrand die Seele baumeln, versüsst noch durch ein erfrischendes Stück Käsekuchen vom Café Mint und dem niemals langweilig werdenden Treiben der Bienen und Schmetterlinge, die sich an unserem Blumenbeet und den Kürbisblüten laben. Da sich das Zusammensammeln der Zutaten für den schon lang nicht mehr genossenen Bauerngarteneintopf auch wie von selbst erledigte, blieb noch genügend Zeit für ein ein paar Sonnenblumenstudien:

Ach, es war einfach rundum schön, dieses Wochenende …

Was noch?

Am Samstag zeigten unsere liebe Mitgärtnerin Ilka und ihre entzückende Tochter diesen wunderschönen Gesellen, der es sich zur Zeit in ihrem Zuckerhut wohlgehen lässt:

Ob es wohl dasselbe Heupferdchen ist, welches früher im Jahr in unseren Kartoffelpflanzen residierte?