Total easy aufzubauen …

Total easy aufzubauen …

… stand in den Rezensionen zu dem „growing pole“, was wir uns für die Feuerbohnen geschenkt hatten, „supereinfach“ war auch so ein Attribut, was verwendet wurde … Na dann bauen wir das mal schnell auf, dachten wir am Himmelfahrtsdonnerstag (25. Mai 2017) und danach dann noch Gurkengerüst, Erbsenspalier, Tomaten- und Paprikastützen: Herumwerkeln passt doch zum Herrentag. Prima Plan, der leider nicht hundertprozentig funktionierte. Die gute Nachricht zuerst: bis auf die Paprika- und Tomatenstützen haben wir auch alles geschafft … nur mit dem „supereinfach“ und „schnell“, das hat dann doch nicht so hingehauen. Wenn man sich die Bauanleitung für unser „growing pole“ anschaut, denkt man, sooo viel kann man eigentlich nicht falsch machen …

Bauanleitung Bohnenzelt, growing pole

Bauanleitung Bohnenzelt, growing pole. Aber was bitte sind die entscheidenen Schritte 6 und 7?


… und die erste Version machten auch noch richtig Spass: 

Stangenbohnenzelt

Stangenbohnenzelt, die alberne Variante


Der hörte dann aber abrupt auf, als sich a) die Schnüre als definitiv zu kurz für die lange Variante (unsere bevorzugte) herausstellten und b) es sich als äusserst knifflig erwies, das Ganze ohne fünften Arm überhaupt aufzustellen. Beim Festzurren der Seile schwankte es bedrohlich von einer Seite zur anderen, gern flutschten auch die Erdnägel aus der Erde, woraufhin sich alles freudig mit viel Elan verhedderte … 

Bohnenzelt

Bohnenzelt


… dieser Elan war uns allerdings irgendwie nach den ersten drei missglückten Versuchen abhanden gekommen. Das wir das alles auf dem zur Zeit am dichtesten bewachsenen Beet veranstalteten und all die kleinen Pflänzchen unter uns förmlich den Atem anhielten (wenn nicht sogar die zarten Blättchen vors imaginäre Gesicht schlugen) war auch nicht gerade hilfreich. Insofern waren wir selber fast verdutzt, als es dann doch endlich nach gefühlt 5 Stunden mehr oder weniger stand: 

Tadaaaa, es steht. Noch.


Vielleicht kehren wir ja beim nächsten Mal doch lieber zu den Ursprüngen zurück:

Bohnenzelt für Stangenbohnen, Eigenbau

Hier die Eigenbau Variante aus dem letzten Jahr


Denn das Gurkengerüst und auch das Erbsenspalier – erbaut in bewährt spartanischer Manier – standen innerhalb kürzester Zeit und haben irgendwie auch mehr Charme: 

Rustikal und Moderne in einem Bild vereint.

Was noch?
Wir haben eine neuen Mitbewohner entdeckt: 

Kammschnake

Kammschnake


Die Recherche im Internet ergab, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine Kammschnake handelt. Sieht sie nicht toll aus?  
Bauerngarten Pankow im Mai 2017

Bauerngarten Pankow im Mai 2017

Hanggemüse, Workshop und erste Ernte 

Hanggemüse, Workshop und erste Ernte 

Um mal eine kleine Pause vom üblichen „wir sind angekommen, das Wetter war so und so und wir haben der Reihe nach dies und das getan“ zu machen, hier eine gestraffte Version davon:

1. Wir waren seit vorletztem Sonntag insgesamt 4 mal auf dem Feld (mal allein, mal zu zweit) und es gab Nieselpieselregen, 25 Grad und Sonne pur, Wind und Wolken und frischere Temperaturen waren ebenfalls dabei und auch das ideale Gärtnerwetter (nicht zu warm und nicht zu kalt, viel Sonne und ein paar Wolken). 

2. Wir haben einen Teil der seit Montag schon bereitstehenden Jungpflanzen bereits am Dienstag (16. Mai 2017) eingesetzt: Gurke, Paprika, Tomaten, Zucchini, Physalis, Kürbis und Basilikum.

Tomate

Tomate

Gemüsebeet

Fruchtgemüsebeet bei schlechtem Wetter


3. Geerntet! Das vermutete Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Spinat und Salat ging glatt unentschieden aus: am Sonntag (21. Mai 2017) wanderte ca. ein Drittel des Spinats und ein Asiasalat sowie etwas Rucola zuerst in die Satteltaschen und danach – zusammen mit gebratenem Spargel – in unsere Mägen. Es hat himmlisch geschmeckt … 

Spinat Ernte

Erstes Gemüse in die Luft halten: ein Teil der ersten Ernte, Spinat


4. Natürlich haben wir gehackt und gejätet … und nach Herzenslust gemulcht (dazu später mehr).

Damit hätten wir den gewohnten Teil abgehakt 😉 … und kommen nun zu den Specials: 

Nach fast einem Monat haben wir eine – leider bisher auch die einzige – praktische Seite der schmalen Trampelpfade entdeckt: beim Kartoffelanhäufeln kann man dort richtig schön „aus dem Vollen schöpfen“ und einen regelrechten Graben ausheben. Allerdings kreiert man dadurch auf dem Nachbarbeet gleichzeitig eine völlig neue Art, das „Hanggemüse“.

Hanggemüse (links) und angehäufelte Kartoffeln (rechts)


 Ob sich die besonders davon betroffene Rote Bete an diesen etwas wagemutig erhöhten Standort weiter so schön entwickeln wird, bleibt allerdings abzuwarten. Aber wir nehmen an, dass spätestens der nächste Starkregen zeigen wird, ob wir es beim Tieferlegen des Trampelpfades eventuell etwas übertrieben haben … Die Kartoffeln jedenfalls lassen sich nicht lumpen und stecken spätestens nach einem Tag wieder ihre wunderbar dunkelgrünen Blätter durch den Erdwall. Sie scheinen die Herausforderung gern anzunehmen und sind mit Feuereifer bei der Sache.

Kartoffeln angehäufelt

Kartoffeln angehäufelt


Auch auf den anderen Beeten wird eifrig ausgetrieben: den Buschbohnen kann man beim Wachsen förmlich zusehen, die Feuerbohnen durchbrechen ebenfalls die Erdkruste und auch Pastinaken, Mais und Mohrrüben sind schon als solche zu erkennen. 

Doch nun zum Mulchen (wer uns schon länger liest weiss, dass wir es gern und ausgiebig und mit Hingabe praktizieren). In den vorherigen Jahren gab es allerdings immer ein Problem: wo bekommt man ausreichend Mulchmaterial her? Während der letzten Saison deutete sich allerdings schon eine – für alle Seiten vorteilhafte – Lösung an: der beim regelmässigen Mähen im Volkspark anfallende Rasenschnitt wird uns, den Bauerngärtnern, freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Diesmal in einem grossen Container, in den man herrlich hineinklettern kann, um dann mit prall gefüllten Satteltaschen die – in unseren Augen – kostbare Fracht zum Feld zu transportieren.

Mulch-Material-Transport

Mulch-Material-Transport


Das macht Spass … und ergibt eine mehre zentimeterhohe Schicht auf der kahlen Erde, die Beikräuter eindämmt, die Feuchtigkeit hält und den Boden darunter ganz locker macht. Und es sieht einfach toll aus!

Mulchdecke

Mulchdecke


Das empfand offensichtlich auch Max so, der am Sonntag (21. Mai 2017) den gut besuchten Workshop „Fruchtgemüse im Freiland“ richtig schön zelebrierte. In weiser Voraussicht hatten wir ja die Beete noch nicht vollständig bestückt, so dass noch genügend Platz für das Einpflanzen zu Anschauungszwecken war. Dachten wir jedenfalls … hatten dabei jedoch ausser Acht gelassen, dass Anna an diesem Tag auch mit einem Schwung von Raritäten und besonderen Pflänzchen am Start war, welche man zu einem kleinen Entgelt bei ihr erwerben konnte. Beim Abholen einer Bestellung für eine Mitgärtnerin kamen wir am Knoblauch nicht vorbei … o.k., der konnte noch zu den Zwiebeln gesetzt werden.

Knoblauch

Wir haben Knoblauch dieses Jahr \o/


Als allerdings plötzlich noch eine kleine Kiste mit Pflanzen für die Demoparzelle zum Ausprobieren auftauchte, da wurde es dann eng im Fruchtgemüsebeet … aber zu guter Letzt war alles in die Erde gebracht und wir sind nun ziemlich sehr gespannt auf Aubergine und Salattomate und freuen uns ganz doll über den Schwarzkümmel, den wir noch vom letzten Jahr in schöner Erinnerung haben …
Was noch? 

Seit einiger Zeit sind auf dem Feld (aber nicht nur dort) immer mehr Stare unterwegs … wir sind noch am Rätseln, ob es daran liegt, dass es wirklich mehr Stare gibt oder ob wir einfach langsam einen „Blick“ für die verschiedenen Vogelarten entwickeln. Jedenfalls liessen sie sich am Sonntag noch nicht mal von dem eifrigen, fröhlichen Gewusel all der Bauergärtner in und um den Kreisen davon abhalten, auf dem Wildzaun herumzualbern …

Und zu guter Letzt noch ein (besser gesagt zwei) Leckerbissen: Samstag und Sonntag gab es wieder jeweils ein gar schmackhaftes Kuchenstück zum Kaffee dazu von unserem lieben Café Mint 🙂

Sonntags Kaffee und Kuchen

Sonntags Kaffee und Kuchen

Bauerngarten Pankow im Mai 2017

Bauerngarten Pankow im Mai 2017 mit emsigen „Gewusel“

Wir haben es getan!

Wir haben es getan!

Jawoll, wir haben unsere Möhrchen weggehackt: mit Schmackes und … mit voller Absicht.

Der kurze Zwischenstopp am Feld auf unserem Heimweg aus dem Urlaub am Montag, 08. Mai 2017, zeigte nämlich, das die Reihe am Beetrand wohl stark „begangen“ wurde am letzten Samstag … allerdings kann man es auch verstehen: zum einen heisst es ja auch „Trampelpfad“ und dann sind diese zwischen den Beeten auch gewöhnungsbedürftig schmal, besonders an dieser Stelle. Wir sind selbst noch arg am balancieren … so kann man den Übergang zum Beet im Eifer des Gefechts Workshops leicht übersehen. Also haben wir den festgetretenen Boden aufgehackt und ein paar Möhrchen nachgesät – und auch Bohnen, wegen denen wir überhaupt den Abstecher gemacht hatten (die allerdings in einem anderen Beet 😉 

Zwiebeln, Lauch, Weg und Möhren (nicht im Bild)


Natürlich juckten es in den Finger und so wurde noch dort und da gehackt und gejätet… bis wir irgendwann feststellten, das der feine leichte unschuldige Nieselregen sich mittlerweile zu einem ordentlichen Landregen ausgewachsen hatte und wir ziemlich bedröppelt auf dem nassen Acker herumstanden. Aber was soll’s: versprach doch der Wetterbericht für das kommende Wochenende Sonne und warme Temperaturen satt.

Dieses Versprechen machte auch die erste stressige Arbeitswoche erträglich und ließ sie schnell verfliegen. Allerdings der Samstagmorgen (13. Mai 2017) dann … nun ja: sonnig war was anderes und der schöne Landregen war auch wieder da. Doch am frühen Nachmittag schien es sich halbwegs gefangen zu haben das launische Wetter und wir schwangen uns auf die Räder und zuckelten zum Feld. Wenigstens waren die Strassen angenehm leer … und auf dem Feld begrüssten uns sogar ein verschämter Sonnenschein und liebe Mitgärtner … und die Herausforderung, Prioritäten zu setzen. Was unbedingt getan werden musste: einen Platz für unsere neueste Errungenschaft finden (hierzu gleich mehr) die Kartoffelbeete endlich von Beikräutern befreien sowie die sich schon keck an die Luft reckenden Pflänzchen anhäufeln, die Beete für die anstehende Jungpflanzenlieferung vorbereiten … und ein wenig Mulchmaterial horten. Eigentlich ganz gut, dass es zum langen Rumtrödeln und verträumt am Feldrand sitzen zu nass war. So, was war nochmal Punkt 1 auf der Liste? Genau: einen Platz für unser niegelnagelneues Feuerbohnengestell finden…. d.h, der Ort war ja schon mehr oder weniger vorgegeben, nur wie wir das dort am pfiffigsten unterbringen würden, war uns noch nicht ganz klar. Wir haben uns nämlich eine Art Tipi-Aufbau geschenkt: unten ein grosses Viereck aus schmalen Metallleisten, in der Mitte dann eine lange Stange mit einem kleinen Viereck als Kopf, und von unten nach oben werden dann insgesamt 10 Schnüre gespannt, an denen die feurigen Bohnen dann hoffentlich anmutig emporranken. Eigentlich eine feine Sache, nur muss die ganze Sache irgendwie zwischen Spinat, Erbsen, Mairübchen, Rucula, Kohlrabi, Asiasalat und Radieschen geschickt austariert werden …. aber nach einigem Ausprobieren und vorsichtigem Umsetzen eines Kohlrabis haben wir den – hoffentlich – optimalen Platz für die Bodenkonstruktion gefunden und konnten die Böhnchen aussäen. Sieht jetzt zwar erst einmal arg gedrängt aus, aber der Spinat ist bald erntereif, die Erbsen werden auch unter dem Gerüst genügend Platz haben und der Rest dürfte nach und nach den Platz für die roten Bohnen freimachen. 

Bodenkonstruktion für unser Stangenbohnenzelt

Bodenkonstruktion für unser Stangenbohnenzelt. Bleiben Sie dabei und erfahren Sie in späteren Posts, wie das Gerüst komplett aussieht.

Bei den Kartoffeln erwartete uns dann das nächste „Platzproblem“. Zwei Reihen sind ja diesmal jeweils nebeneinander gelegt worden, und treiben auch fein aus. Allerdings liegt die jeweils äussere Reihe so dicht am Trampelpfad, dass die Kartoffel eigentlich eher auf dem Weg als im Beet wachsen … Also mussten wir den Pfad verschieben (zum Glück war auf der jeweils anderen Seite noch etwas „Luft“) und nach dem Entfernen aller unerwünschten Mitbewohner der Kartoffelreihen haben wir sie jetzt schon so stark angehäufelt, dass die Beete hoffentlich deutlich zu erkennen sind.

Nun noch schnell die Bettchen für Kürbis und co. aufgelockert … Bis uns der wieder einsetzende Regen auch an diesem Tage vom Acker spülte: entsteht hier etwa ein neues Ritual? Prinzipiell sind wir ja sehr für Rituale, nur grad von diesem sind wir so mittel begeistert … 

Am Sonntag (14. Mai 2017) brachen wir demzufolge unüblich früh zum Feld auf: noch schien die Sonne, aber nachmittags sollte es heftig regnen. Da füllt man den zweiten Kaffee gern mal in den Thermobecher, schmiert sich ein paar Stullen und nimmt den Bus statt der Fahrräder (im Regen zu radeln mögen wir beide nicht). Gut gerüstet waren wir also kurz nach zehn bei strahlendstem Frühlingswetter auf dem Acker und legten wohlgemut los: barfuss und im TShirt konnten wir uns jetzt entspannt um all die anderen, bisher sträflich vernachlässigten Beete kümmern. Zwar segelte am Himmel die ein oder andere spektakuläre Wolke vorbei, …

Wolke

Miniwolke


… verdeckte jedoch nie die Sonne und der Tag plätscherte – gewürzt mit netten Gesprächen mit alten und neuen Bekannten – so dahin. Selbst für einen weiteren Kaffee vom Cafe Mint blieb noch Zeit.


Als Bonbon bekamen wir dann noch von unserer neuen Parzellennachbarin einen selbstgezogenen „Sweet Dumpling“ geschenkt, der als erster ins frisch gemulchte Kürbisbeet einziehen durfte … 

Sweet Dumpling

unser erster Sweet Dumpling … ganz herzlichen Dank noch einmal Juliana!


… ach, es war schon ein rundum herrlicher Tag. Und diesmal trieb uns kein Regenschauer vom Acker sondern die schlichte Tatsache, dass alles getan war (inklusive des Vereinzelns von Radieschen und Mairübchen) und wir uns mittlerweile einen ziemlichen Sonnenbrand eingefangen hatten, der uns noch eine Weile an diesen wirklich schönen Sonntag erinnern wird … 😉 

Was noch? 

Es sind schon erstaunlich viele Marienkäfer in den Kreisen unterwegs und erfreulicherweise genau dort, wo sie als nächstes gebraucht werden: beim Spinat und unseren zarten Mangoldpflänzchen. Was besonders schön ist: auch viele von den immer seltener werdenden Zweipunktmarienkäfern (näheres dazu kann man hier nachlesen ) die sogar schon eifrig am Helden zeugen waren 😉

Zweipunktmarienkäfer

Zwei Zweipunktmarienkäfer


Bauerngarten Pankow Mai 2017

Bauerngarten Pankow Mai 2017

Nachtrag … (bauerngarten-Blog-Netzwerk)

so richtig sind wir wohl noch nicht wieder aus unserem Winterschlaf aufgewacht, denn dass auch von den beiden Standorten des Bauerngartens in Berlin fleissig und – wie wir finden – sehr schön gebloggt wird, hätten wir fast verträumt … aber nur fast 😉 

Hier kann man nachlesen, was in den Kreisen von Havelmathen so passiert und hier berichten Neugärtner aus Mette … wir hoffen ihr habt genauso viel Spass beim lesen wie wir. 

https://erntezeitblog.wordpress.com/

https://rabaukixontour.wordpress.com/
Und ganz ohne Fotos bloggen, das geht ja nun gar nicht, daher hier – in Ermangelung aktueller Bilder vom Feld – ein paar Tierportraits aus unserem Uckermärker Feriendomizil: 

Möh!


Hallo? Ist da jemand?

Ha, da sind wir wieder!

Ha, da sind wir wieder!

bei jedem Resteplünder denken wir: ohje, bis zur nächsten Saison ist noch so lange hin … um im Mai dann völlig beglückt festzustellen: die Zeit ging ja doch irgendwie vorbei! Und auch diesmal waren wir nicht komplett untätig: über die Wintermonate hinweg hat sich ein wenig an der Struktur des Bauerngarten verändert und so haben wir auch einen Verein gegründet (leider ist die homepage unseres „Freundeskreis Bauerngarten e.V.“ noch am Ausreifen, so dass hier leider kein link dazu steht, wird aber nachgereicht ; ). Von Anfang an bei der Ideenzusammentragung usw. dabei gewesen zu sein war schon spannend. Immerhin haben wir mit Vereinen usw. eigentlich nicht so besonders viel am Hut und nun sind wir sogar Gründungsmitglieder: wer hätte das gedacht …

Arbeitsentwurf: Leitbild Freundeskreis bauerngarten e.V.

Arbeitsentwurf: Leitbild Freundeskreis bauerngarten e.V.

 … aber damit nicht genug des Enthusiasmus, denn in den erstaunlich warmen Märzwochenenden haben wir uns um unsere Obstgehölze gekümmert, die doch schon bös zugewuchert waren. Nun stehen sie wieder frei und auch die Giessränder sind als solche wieder zu erkennen …. und wurde von einem kleinen Schmetterling von Beginn an dankbar als Sonnen- und Ruhebank genutzt.

Gießränder für unsere Obststräucher

Am Samstag, den 29.4.2017 war die feierliche Parzellenübergabe, die in Pankow besonders feierlich ausfiel, hatte sich doch der Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung angekündigt, um ein Grusswort zu reden und sich ein Bild von der Situation zu machen (wie man so schön sagt). Hintergrund der ganzen Aktion war, dass gerade im Norden von Berlin die Warteliste auf eine Parzelle ziemlich lang ist und wir schon seit einiger Zeit nach neuen Standorten suchen, was logischerweise nicht ganz so einfach ist …. Leider war Dr. Dirk Behrendt (so heisst der gute Mann) so stark erkältet, dass er nicht kommen konnte (was bei dem sehr kühlen und windigen Wetter an diesem Tag auf jeden Fall eine weise Entscheidung war, was ja nun auch wiederum für ihn spricht 😉 hatte aber einen jungen Mitarbeiter aus seinem Büro als Stellvertreter gesandt, der sich tapfer im kalten Wind hielt. Dazu waren noch zwei andere Politvertreter gekommen, die auch ein paar Worte zum Bauerngarten und Biolandwirtschaft usw. sagten … es war schon eine etwas andere Eröffnung diesmal. Aber nach diesem offiziellen Teil ging es in altbekannter Weise weiter … obwohl, so ganz nun auch wieder nicht.

Die Parzellenaufteilung hat sich grundlegend geändert, was Theresa an der Demoparzelle (zu der wir wieder mit gehören) kurz und knackig und gegen den Wind anrufend erläuterte.

„Unser Acker hat dieses Jahr wieder Menschen“ – „Demoparzelle!“

Die Kleewege fallen nun gänzlich weg, dafür gibt es kleine Trampelpfade und die Parzellen werden etwas schmaler … und das Gemüse wird strikt nach Pflanzenfamilien getrennt. Die Idee dahinter ist, dass dadurch das Auftreten von Krankheiten eingedämmt wird. Wir hatten ja immer wieder mit diesen zu tun (Stichwort Kohlhernie), da nimmt man eine Veränderung des Anbauplanes schon gern in Kauf … auch wenn er vorerst etwas verwirrend erscheint (vor allem für die Altgärtner, die sich vom gewohnten Bild vor dem geistigen Auge erstmal lösen müssen). Aber irgendwann werden wir uns schon zurechtfinden, da sind wir durchaus zuversichtlich. Im Moment sehen die Parzellen eh etwas arg gerupft aus, da der Winterroggen (Gründünung) nach der Bodenvorbereitung durch das Bauerngartenteam ganz frech einfach wieder angewachsen ist und die bisher gesetzten Pflänzchen aufgrund der ungewöhnlichen Kälte im April (da kommen doch Erinnerungen an die letze Saisoneröffnung hoch) etwas mitgenommen aussehen. Bei der Roten Bete und dem Fenchel waren sogar vereinzelt „Frostschäden“ aufgetreten. Für diesen Fall standen jedoch Ersatzjungpflanzen bereit, um die Lücken zu füllen. Merkt ihr was? Auch wenn sich einiges ändert, bleibt doch manches beim Alten, wie die Sorge, ob das dies Jahr überhaupt was wird mit diesen zarten Pflänzchen … 


… und das wir extra aus unserem Urlaub „angereist“ kamen, gehört ja nun auch zum alljährlichen Ritual. Schön war es, altbekannte Gesichter wieder zu sehen, kurzen Smalltalk zu halten und neue Nachbarn zu begrüssen … so schön, dass sogar die Sonne neugierig wurde und immer mehr hinter den dunklen Wolken hervorlugte, was sich da für ein buntes Völkchen traf ….

Was noch? 

Den zweiten Workshop in diesem Jahr werden wir wohl schlichtweg schwänzen, hat doch der Wettergott diesmal über der ansonsten eher zu trockenen Uckermark sowas von einem Regenfass aufgemacht, dass wir die hoffentlich kommenden Sonnentage dann doch lieber hier verbringen werden, damit ihr uns versteht, hier ein paar Impressionen aus der „Vorregenzeit“: 

Uckermark

Melzow in der Uckermark

Uckermärker Raps

Schnell den Topf Gold suchen …

Mord im Bauerngarten (ein Kurzkrimi)

Mord im Bauerngarten (ein Kurzkrimi)

… aus aktuellem Anlass diesmal kein üblicher Blogpost … Vielmehr wollen wir unsere Leser teilnehmen lassen an der Auflösung eines Gewaltverbrechens, begangen auf unserer Parzelle (Warnung: nix für allzu zartbesaitete Gemüter!)
Was war geschehen? Am Sonntag (21. August 2016) fiel uns zuerst auf, dass sich jemand an unseren Kartoffeln zu schaffen gemacht hatte: freigebuddelt lagen sie im Sonnenlicht … wer war das?

Kartoffeldiebe?


Und vor allem: warum hat er das getan? Diebstahl fiel als Beweggrund aus: sie waren ja noch da … Vandalismus schlossen wir auch aus (zu absurd der Gedanke, da gibt es anderes, an dem man sich austoben könnte). Grosse Fragezeichen erschienen über unsere Köpfen, liessen uns den Tatort näher untersuchen: war das da nicht ein Pfoten/Tatzenabdruck? 

Eine Spur?


Schwach zwar, aber dennoch deutlich zu erkennen. War der Waschbär jetzt auf Kartoffeln umgestiegen? Aber warum hat er sie nicht angefressen? 

Doch dann der Schreck: da lag ja eine Leiche auf dem Kleeweg! Ein Mäuschen, bis auf eine kleine Kopfwunde fast unversehrt aber eindeutig, nun ja, mausetot. Welch Tragödie hatte sich hier wohl abgespielt? Und wer war der Täter?

Eine Leiche! Mord!?


Im Zweifelsfall ja immer der Gärtner, aber wir waren es defintiv nicht gewesen. Auch dem Waschbären – der ja schon für so einiges hinhalten muss – trauten wir sowas nun doch nicht zu. Katzen graben im allgemeinen nicht so grossflächig etwas aus … Terrier sind dafür bekannt, doch wie sollte sich hierher ein Terrier verirrt haben? Das vorjährige Loch im Zaun war ja mittlerweile fest verschlossen. Aber was war das, ein paar Meter daneben?

Ein Loch im Zaun. Kam hier hindurch der Täter?


Ganz eindeutig hatte sich da etwas unter dem Zaun durchgezwängt … Somit erhärtete sich der Verdacht, dass vielleicht ein kleiner Hund auf Pirsch gegangen war, in den Beeten das unvorsichtig herumspazierende Mäuschen aufgestöbert hatte … es hat sich zwar noch in eines der vielen Löcher bei den Kartoffeln retten können, wurde aber von dem vom Jagdfieber erfassten Gesellen gnadenlos ausgebuddelt … was sein kleines Herz zum Stillstand brachte. 

Für diesen Ablauf des grausigen Geschehens würde auch sprechen, dass an den Kartoffeln Kratzspuren von großen Krallen waren … und die Maus dann liegengelassen wurde, da sie schon am Schock verstorben war und damit uninteressant für den Jäger … welch Drama … Ein paar drahtige Tierhaare am Zaun wären noch nett gewesen, um diese These vollkommen zu erhärten, aber den Gefallen hat uns der Übeltäter dann doch nicht auch noch getan. 

Nachdem wir alles sorgfältig durchdacht und abgewogen, ausreichend viele Beweisfotos von Tatort gemacht und uns noch kurz mit Mitgärtnern beraten hatten, nahmen wir uns der frisch Verstorbenen an und begruben sie in einer stillen Ecke: eine kleine Möhre noch dazulegend, als Wegzehrung für Ihre letzte lange Reise … 

Gute Reise, du kleines Pelzding …


RIP. Anonyme Beisetzung.


Das Schlupfloch im Zaun wurde übrigens kurze Zeit spät von unserem rührigen Mitgärtner Dieter fachmännisch mit Holz und Steinen dicht gemacht: wir meckern zwar manchmal ganz gerne über unsere kleinen Pelzdinger, aber so ein Ende haben sie dann doch nicht verdient …

Sicherungsmaßnahmen am Zaun, zum Schutz unserer Wühlmäuse 😉


P.S.: Die üblichen Ernte- und Gemüse-in-die-Luft-Haltebilder sind diesmal nur hier auf Twitter zu sehen.

Verplaudert …

Verplaudert …

… haben wir schlichtweg dieses Wochenende, jedenfalls kam es uns so vor. Immer mehr Mitgärtner kehren nach und nach aus ihrem Urlaub zurück und logischerweise gibt es dann eine Menge zu erzählen. Im Gegenzuge bringen wir sie auf den neuesten Stand in Sachen Bauerngarten-Neuigkeiten. 

Auch der Workshop am Samstag (13. August 2016) passte irgendwie dazu: Der letzte für diese Saison wars und traditionell wurde schon mal ein erstes Resume gezogen: z.B. welche Pflanzen sich besonders hervorgetan hatten (Bohnen!), welche eher Sorgenkinder sind (Tomaten), wie der Stand bei der Erschliessung des neuen Standortes in Hobrechtsfelde ist und ganz allgemein, wie die Saison bisher verlaufen ist. Offizielles Thema war jedoch Herbstpflanzung und -aussaat. Allerdings ist es für die Aussaat eigentlich schon zu spät (kleiner Lapsus vom Team in der Planung/Kommunikation). Doch da das Saatgut seit zwei Wochen in den Werkzeugkisten zur freien Verfügung stand, hatten sich die meisten von uns schon daran bedient … und seit Dienstag standen frische Jungpflanzen bereit: Spinat, Feld- und Blattsalat. Da wir bei uns schon im Laufe der vergangenen Woche Spinat gepflanzt hatten, …

Spinat

Herbstpflanzung: Spinat


… wich Max kurzerhand auf eine andere Parzelle aus, bereitete klassisch das Beet vor (wobei noch die ein andere Kartoffel zum Vorschein kam, was ziemlich witzig war) und setzte zusammen mit den Kindern der Parzelleneigner die Pflanzen rein. Dann ging es leider um ein ziemlich unerfreuliches Thema: diese Saison kommen überdurchschnittlich viele Meldungen von Bauerngärtnern aus allen Standorten, dass bei ihnen das ein oder andere Gemüse plötzlich fehlt, sprich geklaut wurde. Klar ist, dass leider so mancher Fremder die Kreise als Selbstbedienungsladen ansieht – aus welchen Gründen auch immer. Es müssen definitiv Hinweistafeln, Schilder her, die freundlich aber bestimmt darauf aufmerksam machen, dass dem nicht so ist. Griffige Slogans sind also gefragt, auch wir sind da am Tüfteln. Und helfen bei Bedarf gern mit den ein oder anderem Kürbis, Mais etc. aus wie am Sonntag einer sehr lieben Mitgärtnerin, deren Kürbisse während ihres Urlaubes verschwunden waren.

Kürbis

erster Kürbis geerntet und verschenkt 🙂


Ansonsten hoffen wir sehr, dass dieses Übel nicht weiter um sich greift: es wäre schade, wenn dadurch die vertrauensvolle Stimmung zwischen den Bauerngärtnern flöten geht. So jetzt aber genug davon und schnell zu etwas Erfreulicherem: unsere Bohnen stecken schon nach einer Woche ihre Köpfchen aus der Erde! Und sind von Samstag zu Sonntag sichtbar gewachsen:

Bohnen, gesät am 6.8. – Samstag, 13.8. …

Bohnen, gesät am 6.8 – Sonntag, noch einmal deutlich gewachsen


Das hat uns dazu ermuntert – später Zeitpunkt hin oder her – noch ein paar Bohnennester auf frei gewordenen Stellen zu setzen. Allerdings war nun ausgerechnet von den Bohnen das Saatgut alle … Doch halt, hatten wir nicht gerade reife Sanguinobohnen geerntet? Wenn man die nun auspult und schlichtweg als Saatgut nimmt? Gedacht, getan … und nun sind wir sowas von gespannt, was aus diesem Versuch wird. Erbsen hatten wir zwar am Samstag schon gesät, …

Herbstaussat: Erbsen

Herbstaussat: Erbsen


… da aber durch intensives Abernten die komplette Möhren- und Zwiebelreihe beim Sellerie frei wurde, …

Möhren

Gemüse in die Luft halten, heute: schwere Möhren


… kamen dort auch noch ein paar hin, vom Bohnenexperiment abgegrenzt durch ein paar Feldsalatpflänzchen. Den hatten wir auch ins Wunschbeet gesetzt: die zweite Physalispflanze war nun wirklich gar nicht mehr schön anzusehen und flog raus. Was diesen Pflanzen so zu schaffen macht, trägt übrigens lt. Infomail vom Bauerngartenteam den bizarren Namen: „violetter Wurzeltöter“ und ist ein Pilz der sich – wie der Name unschwer vermuten lässt – an den Wurzeln festsetzt. Auch von der letzten Tomate haben wir uns nun getrennt: das wird nix mehr … und so ist wieder ein bisschen mehr Luft für den dahinter gesäten Dill, der ebenfalls schon seine zarten Spitzen zeigt. Gleich daneben hat der Schwarzkümmel wirklich aus jeder seiner wunderschönen Blüten eine feste Samenkapsel gebildet und neigt sich nun erschöpft der Erde zu. Diese Samenkapseln scheinen auch gut auf der Fensterbank nachzureifen: eine der am letzten Wochenende geernteten noch relativ grünen ist nach ein paar Tagen einfach aufgesprungen und hat ihre schwarze Samen wie ein Füllhorn ausgeschüttet. 

Das ab und an die Sonne hinter den Wolken verschwand, kam uns am Sonntag ganz recht, so konnten wir den leider ziemlich hartnäckigen Mehltau nochmal behandeln. Und dann wurde geerntet was das Zeug hält: 

Erntebild I

Erntebild II


Nur für unseren geliebten Mangold war wieder kein Platz … aber der ist nächstes Wochenende dran: das haben wir ihm hoch und heilig versprochen … 

Mangold

Der Mangold freut sich schon 😉


Was noch? 

Am Samstag fuhr uns erstmal ein gehöriger Schreck durch die Glieder: unser Paprika lag danieder! (Huch, ein Reim 😉

 War da jemand/etwas draufgetreten, hatte der Regen/ Wind ihn umgehauen? Beim vorsichtigen Aufrichten der Pflanzen wurde uns allerdings schnell klar, dass wahrscheinlich das pure Gewicht seiner Früchte ihn zu Boden gezwungen hatte, so schwer sind die Pflanzen geworden … Ein paar Stützen mussten ran: jetzt steht er wieder wacker aufrecht. Ein wenig kichern mussten wir schon: letztes Jahr hatten wir den Pflanzen völlig überdimensionierte Haltestäbe zur Seite gestellt, die absolut nicht gebraucht wurden, und dies Jahr bewusst darauf verzichtet: man lernt halt nie aus … 

Paprika

Tonnenschwere Paprikafrüchte, nun auch mit Stützen für die Pflänzchen

Bauerngarten Pankow August 2016

Bauerngarten Pankow August 2016